27.01.2003 12:27
Doppelt hält besser
Merlin
Carpenter und Jeremy Glogan in der Grazer Galerie Bleich-Rossi
"When in Doubt blame the Victim" heißt es bei der
Doppelausstellung von Merlin Carpenter und Jeremy Glogan. Das hat
mit den übrigen Malereien der beiden jungen Briten eigentlich nichts zu tun,
egal. Beide Künstler, ein wenig verbunden mit der Kölner Clique um "Texte zur
Kunst", bürsten die Kunstgeschichte mehr oder weniger virtuos gegen den Strich.
Für die direkte Appropriation fehlen kleine Details, die erkennen lassen, dass
dies doch im 21. Jahrhundert entstanden ist. Hirsts Punktebilder finden sich da
bei den Geometrie-Afficionados als "Hommage", 50er-Jahre-Ornamente oder
suprematistische Studien mit Lila. Als Bonustrack gibt's noch ein "wildes"
Bühnenbild (Victim Backdrop) mitgeliefert. Denn was ein cooler Maler ist,
ist auch immer ein bisserl ein Musiker. (dok/DER STANDARD, Printausgabe,
27.1.2003)