06.05.2003 11:41
Lentos-Bau in der Zielgeraden
Linzer Kunstmuseum wird am 18. Mai mit der Schau "Avantgarde und
Tradition" eröffnet
Linz - Die Eröffnung des neuen Kunstmuseums "Lentos" in
Linz nähert sich mit Riesenschritten. Der Bau ist abgeschlossen, die
Übersiedelung der Neuen Galerie vom alten Standort in Linz-Urfahr zum neuen
Gebäude am Donauufer ist zur Gänze erfolgt. Bis zur Eröffnung am 18. Mai fehlen
nur mehr technische Finalarbeiten und das Aufhängen der kompletten Ausstellung.
"Avantgarde und Tradition"
Ein Drittel der
Eröffnungsausstellung hängt bereits, sagt Direktor Peter Baum. "Das Konzept der
Ausstellung steht natürlich schon lange, in der Praxis ändert sich
erfahrungsgemäß beim Aufhängen der Werke bis zuletzt etwas - aus
formatbedingten, stilistischen oder einfach nur aus ästhetischen Gründen. Da
muss man oft sehr schöpferisch improvisieren."
Die Eröffnungsausstellung
"Avantgarde und Tradition" wird eine umfassende Überblicksschau der wichtigsten
und attraktivsten Werke des Bestandes bieten. "Mit Werken von Schiele über
Kokoschka bis zu Warhol wird die Ausstellung eine Konfrontation von Kunstwerken
und Stilperioden sein", beschreibt Baum. Einer der Höhepunkte der Ausstellung
wird das Gemälde "Rot auf Weiß" (2,50 mal zehn Meter) sein. Das um 1960
entstandene Werk stammt von Markus Prachensky, einer der führenden
Persönlichkeiten der österreichischen Avantgarde der 50er und 60er Jahre. Seine
Ausstellungspremiere erfährt ein vier mal zwölf Meter großer Holzschnitt von
Erich Steininger. Mit der Eröffnung am 18. Mai bringt das Kunstmuseum weiters
erstmals einen rund 470 Seiten umfassenden Sammlungs-Katalog über Malerei
heraus.
Innerhalb von nur zwei Wochen wurde im März der gesamte
Sammlungsbestand - 1.500 Gemälde, Skulpturen und Objekte, 10.000 Arbeiten auf
Papier und 30.000 Bücher sowie Kunstkataloge - in die neuen Räumlichkeiten an
der Donau übersiedelt. Platz findet der Bestand auf nunmehr 8.000 Quadratmetern,
verteilt auf drei Geschosse. Das oberste Geschoss mit seiner durchgehenden
Glasdecke - eine der größten Konstruktionen dieser Art europaweit - ist für die
Ausstellungen bestimmt.
neues Wahrzeichen
Für rund 33 Mio.
Euro wurde das Lentos Kunstmuseum Linz des Schweizer Architekten Jürg Weber in
29 Monaten Bauzeit errichtet. Weißglastafeln im Ausmaß von rund 4.500
Quadratmetern umhüllen das "gläserne Schiff an der Donau" und reflektieren die
Umgebung. Zu besonderen Anlässen werden in die Glasfassade integrierte Leuchten
das gesamte Gebäude in Farbe tauchen. An den beiden Längsseiten von 130 Metern
ist das Wort "lentos" in vier Meter hohen Buchstaben weithin sichtbar. 6.000
Quadratmeter Rollrasen rund um das Gebäude machen die Außengestaltung komplett
und integrieren das Kunsthaus in den Donaupark.
Das Lentos sei ein neues
Wahrzeichen für Linz und städtebaulich ein Anziehungspunkt für Besucher, ist
Baum überzeugt. "Kritische Stimmen, die es am Anfang bezüglich der Architektur
gab, sind inzwischen weitgehend verebbt."
Zur Eröffnung des Lentos
Kunstmuseum Linz am 18. Mai ist die Ausstellung ab 14.30 bei freiem Eintritt zu
besichtigen. Ende Oktober 2003 wird die Eröffnungs-Ausstellung von der
Sonderschau "Paris 1945 bis 1965" abgelöst.
(APA)