01. August 2005
21:48 MESZ
Haus-, Heim- und andere Arbeit
Alexis
Hunter, Martha Rosler, Moira Zoitl, Carey Young und Ursula Biemann in
der Ausstellung "Arbeit*" in der Galerie im Taxispalais
Ein
hübsches Geschenk, die "Great Housewifes of Art": In berühmte Motive
der Kunstgeschichte sind die Gemahlinnen der Genies eingearbeitet, bei
Tätigkeiten, unrühmlich und nicht entlohnt. Doch nicht nur der Künstler
lässt putzen: "The Marxist's Wife (still does the housework)" von Alexis Hunter
zeigt in der Ausstellung "Arbeit*" in der Galerie im Taxispalais ein
Marx-Poster, hinter Glas, von Frauenhand gewischt. So einfach war
Kritik in den Siebzigern. Ähnlich historisch wirkt zunächst die Serie
"Know Your Servant" von Martha Rosler mit Anleitungen für Bedienungen. In einer Installation von Moira Zoitl betreten
wir ein Kammerl, auf der Bettdecke eingewebt Merksätze für die
philippinische Bedienerin, die am Arbeitsplatz lebt. Auch örtlich
herangezoomt werden solche Gebote schließlich in einem "Werk", das die
Galerie verlässt: Carey Young hat in Filialen der
Supermarktkette MPreis imperativische Tipps für die Kassierinnen
umgeleitet. Den so genannten "ungelernten" Tätigkeiten, zu denen auch
Sexarbeit zählt - denkbar unvoyeuristisch in einem Video von Ursula Biemann thematisiert
-, steht eine Fülle künstlerischer Arbeiten gegenüber, die den Wandel
sämtlichen Lohnerwerbs in einer globalisierten, vernetzten Welt zeigt.
Das Spannungsfeld von Ausbeutung und Widerstand zieht sich durch alle
Sparten und macht die Ausstellung absolut sehenswert und politisch.
(pen/DER STANDARD, Printausgabe, 01.08.2005)
© 2005 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung
ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und
Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.