


Intensive, fast warnende Farben dominieren die Austellung von Heimo Zobernig, im Essl-Museum. Er wolle Raum für Erfahrungen schaffen, sagt der Künstler.

Klosterneuburg - Neongrüne Transportkisten und ein Vorhang in grellem Rot bestimmen das Bild. Betritt man Heimo Zobernigs Ausstellung im Essl Museum, wird man zwischen wie beiläufig verteilten Kisten von einer Stimmung des baldigen Aufbruchs beschlichen. Die leeren Sesselreihen, die sich hinter dem roten Textil verbergen, tun das Übrige.
Jedoch, die Kunst ist nicht nur in, sondern auch auf den Kisten: Kleinen Objekten in Vitrinen dienen sie als Sockel. Auch Malerei von Zobernig birgt die Ausstellung. Die Flachware ist allerdings so auf Regalauszüge in einem vier mal vier mal vier Meter großen Käfig verwahrt, dass sie für den Betrachter uneinsichtig bleibt.
Ein Spiel mit dem Verbergen, dem Nichtzeigen, dem Entziehen von Kunst? Eine Verweigerung gegenüber der Zurschaustellung? Nein, sagt Heimo Zobernig. Obwohl er im Zusammenhang mit dieser Ausstellung ursprünglich auch an Verneinungen gedacht habe: "keine Kunst, keine Repräsentative". Schlussendlich geht es ihm aber doch ums Zeigen, beziehungsweise darum, Räume zu schaffen, in denen man Erfahrungen machen kann.
Für Heimo Zobernig (geb. 1958 in Mauthen/ Kärnten) stehen diese Raumerfahrungen stets im Vordergrund. Nur die Maßnahmen, die präzisen Setzungen, mit denen Zobernig der Architektur zu einer gesteigerten Wahrnehmung verhilft, variieren. Wie ein Forschender nutzt er dazu manchmal sogar die gleichen Utensilien wie etwa den riesigen Chromakey-Vorhang, den er unter anderem 2009 für ein Ausstellungsdesign im Pariser Centre Pompidou verwendete. "Ich versuche nicht, das Neue zu erfinden, sondern in der Verschiebung aufzuspüren", sagt der Künstler, der seine nüchterne Formensprache früher auch für Bühnenbilder nutzte.
In Kosterneuburg hat Zobernig den roten Trevira für eine lange Passage genutzt, hat den Raum in ein Davor und Dahinter, ein Links und Rechts des Vorhangs geteilt. Ein bühnenartiges Podest steigert dieses Empfinden. Goldene Sitzgelegenheiten stehen verlassen ebendort, wo man die lu- stige Backstage vermutet. "Das Wunschdenken ist groß. Man spekuliert, dass dort die Party stattfindet", sagt der Künstler.
Das Wörtchen "Spekulation" hilft, hinter die Kulisse der Präsentation zu blicken. Es gebiert weitere Fragen: Ist in der Kiste wirklich das enthalten, was draufsteht? Ist die Kunst wirklich existent? Wie real sind in Kunsträumen gemachte Verheißungen?
Und so wird Zobernigs klares Vokabular noch stimmiger. Dann fügt sich auch das Rot des Vorhangs: eine Farbe, die man für das sogenannte Chroma-Keying (früher Bluebox-Verfahren) verwendet. Schließlich können die funktionalen Hintergründe in Film und TV nicht nur genützt werden, um Bilder in bestimmte (bildliche) Kontexte zu sezten. Man kann auch Unliebsames verkleiden und später wegpixeln. Die Wahrhaftigkeit eines Bildes, sie bleibt Spekulation. (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD/Printausgabe 14.4.2011)
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“Contemporary
Art”, the Art of the Past Century, was based mostly on the following
principle: “if you put something in an empty room, it seems strange and
significant”. A variation of that was: “if you take something out of
its context, it seems strange and significant”. Another was: “if you
change the scale of something, it will seem strange and significant,”
and a last one: “if you multiply something, it also becomes strange and
significant”.
But after 80 years of different combinations for any kinds of
objects inside the hopelessly empty spaces of our art institutions,
nothing seems really interesting. We see clearly now, that the supposed
“art” is simply a bunch of trash, just some products bought in a mall.
(Miltos Manetas)
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