VN Sa, 7.9.2002

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Kultur 

Vom Leben in einem Bild

Der englische Künstler Peter Fillingham im Magazin 4

Bregenz (VN-ag) Auf die Frage, was er auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde, antwortet der englische Künstler Peter Fillingham schlicht mit "Alles". Bregenz ist zwar keine Insel, das Magazin 4 in gewisser Weise aber schon und so hat Fillingham für seine aktuelle Installation (fast) alles mitgebracht. 

Jung und englisch reiht sich der dingbezogene Essentialismus von Peter Fillingham (Jahrgang 1964) nicht zwingend in den hochstilisierten Mainstream der Young British Art ein, wie bereits seine Teilnahme an der Sommerausstellung des Bregenzer Kunstvereins "Gymnasion" im vergangenen Jahr bewiesen hat.

Ein Kartengruß seines Großvaters ist nicht nur titelgebend für seine aktuelle, konzeptuell angelegte Installation, "Our Father Who Art in Heaven" markiert spielerisch-ernst auch die beiden Pole, zwischen denen das Werk des Bildhauers oszilliert.

Vision ja, Utopie nein

Noch stehen die Krüge aufgereiht wie in einem Stillleben von Morandi und die vier großen hölzernen Kisten erinnern an Judd. Aber nur kurz, denn im wohlsortierten Durcheinander der Installation stapeln sich Decken und Vorhänge, ein Grill, Streichhölzer, ein Skateboard, Lampen, Sessel und vieles mehr in den Boxen. Alles Dinge, die Peter Fillingham lieb sind, aus seinem persönlichen Besitz und Hausrat. Gebrauchsgegenstände mit Geschichte, vornehmlich aus den 50ern und 60ern, die der Künstler zusammengetragen hat und als physisch präsenten Ausgangspunkt für seine Vision einer perfekten Welt benutzt. Vision ja, Utopie nein, denn der Künstler ist sich darüber klar, dass das Kunstwerk ein solches ist und auch nur so und in diesem Umfeld funktionieren kann. "Es gibt viele Künstler", so Fillingham, "die malen an ihrem Traum. Ich aber lebe in dem Bild. Für mich ist es kein Traum mehr, sondern Realität."

Die Dinge bleiben . . .

Der Blick in die Vergangenheit, das Heraufbeschwören der guten alten Zeit? Mitnichten. Für Fillingham richtet sich der Blick zurück vielmehr auf die schönen Dinge, die immer noch schön sind und in denen sich die Vergangenheit als eine Dimension offenbart, mit der es zu leben gilt.  

Vorschläge zum Umgang mit den einzelnen Objekten, allen voran den zahlreich vertretenen Stühlen und Sesseln (zusammensitzen = Kommunikation), demonstrieren die vor Ort aber auch an touristischen Plätzen in Bregenz, aufgenommenen Foto- bzw. Diaserien. Die doch einigermaßen  erstaunliche Erkenntnis des Künstlers bei dieser Aktion: "Die Dinge bleiben immer dieselben, sie verändern sich kein bisschen mit dem Ort, der Grill ist immer noch schmutzig und ich habe noch keines der T-Shirts getragen." 

Fillingham hat Alltagsgegenstände zusammengetragen.




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