Wien (APA) - Vor eineinhalb Jahren hat
der österreichische Künstler Werner Dornik in Indien die erste
Malschule für Leprakranke gegründet. Die Kunsthalle Wien
präsentiert nun im project space am 6. und 7. September unter
dem Titel "From Pain To Paint" erstmals Arbeiten der
Bindu-Art-School in Europa.
Während die Krankheit
in Europa behandelbar ist, werden "Aussätzige" in Indien meist
aus Familie und Dorf ausgestoßen. Die Malschule bedeutet für
die "Unberührbaren" einen Weg in Richtung finanzieller
Eigenständigkeit. In der Kolonie Bharathapuram ist Dornik seit
den 70er-Jahren aktiv, seine kürzlich ins Leben gerufene
Bindu-Art-School bietet dort eine dreijährige Malausbildung
an. Die Kunsthalle zeigt die ersten Früchte dieser Ausbildung.
Originale von 29 Künstlern und Künstlerinnen werden
ausgestellt, vier Vertreter der Kunstschule werden "live"
malen. Dazu erscheint ein Katalog mit Texten von Dornik, dem
Künstler Tone Fink, dem Philosophen Konrad Paul Liessmann und
Bundespräsident Heinz Fischer. Mit dem Verkauf der Bilder soll
auch die Gründung weiterer Schulen finanziert werden. Lepra
zerstört die Nerven an den Gliedmaßen, deformiert den Körper
und verursacht - wenn die Krankheit nicht behandelt wird -
einen frühen Tod. In Indien leiden mehr als elf Millionen
Menschen daran, sie leben größtenteils auf der Straße oder in
Leprakolonien. Weitere Informationen zur Ausstellung in der
Kunsthalle gibt es im Internet unter http://www.bindu-art.at.
APA 11:51 22.08.2006 |