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Kunstberichte

Erweiterte Frage nach Sinn und neue Räume

Aufzählung Birgit Jürgenssen-Preis 2010 an Natalie Koger.
Aufzählung Atelierhaus der Akademie zeigt ihr Werk.

Wien. (bbb) Birgit Jürgenssen war eine Ausnahmekünstlerin in den Sparten Fotografie, Zeichnung, Objektkunst und Performance. In ihrem Namen wird der 7. Preis an eine im medialen

Bereich tätige Studentin der Akademie vergeben – dieses Jahr an die Fotografin, Videokünstlerin, künstlerische Wissenschafterin und Dramaturgin im Tanzbereich Natalie Koger.

1978 in Oberkirch geboren, studiert sie seit 2005 bei Monica Bonvicini, Sabeth Buchmann und Dorit Margreiter in Wien, dazu in Münster und Brighton. Koger setzt sich mit ihren auch im Teamwork mit Frank Hagen und Richard Reisenberger entstandenen komplexen Konzepten mit Aneignungsstrategien auseinander. Das verbindet die Künstlerin mit der Generation von Jürgenssen oder Sherrie Levine. "Say Goodbye to Olafur Eliasson" bezieht als Digitalabzug "London Fog, 8 Uhr – Rückprojektionswand, Fenster, Licht" kritisch Stellung gegenüber sublimen Strategien der Eliasson-Factory.

In einigen Fotografien und

Videos wird auch ihre kultivierte Distanz zur Landschaftsmalerei und den männlichen Strategien eines Caspar David Friedrich sichtbar. Mischungen von Geschlechtsidentitäten dienen einer weiteren Verunsicherung des Betrachters, dem sich mit der erweiterten Sinnfrage aber neue Kommunikationsräume eröffnen. So ist das Angeeignete niemals Plagiat, sondern entlässt uns in ungewisse Spannungsfelder einer neuen und überzeugenden Ästhetik.

Ausstellung

Natalie Koger

Akademie Atelierhaus

Lehárgasse

bis 23. April, 14 bis 19 Uhr

Printausgabe vom Donnerstag, 22. April 2010
Online seit: Mittwoch, 21. April 2010 17:10:00

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