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19.3.2002
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Wozu gibt es einen
"frauen-kunst-preis"?
VON CHRISTA DIETRICH
Drei Künstlerinnen - Katrin Plavcak (bildende Kunst),
Anika Vavic (Musik) und Andrea Sailer (Literatur) - werden heute in
Wien mit dem so genannten "frauen-kunst-preis" ausgezeichnet. Den
Preisträgerinnen sei gratuliert, die Motive, die zur Ausschreibung
dieses Preises führten, dürfen hinterfragt werden.
Ursprünglich beabsichtigte die ehemalige Frauenministerin Prammer
mit diesem Preis die Arbeit jüngerer, engagierter Künstlerinnen "zu
würdigen" und ihre "Ambitionen zu stärken". Würdigen mag in Ordnung
sein, aber Ambitionen brauchen dieser Art bzw. mit einer milden Gabe
wohl kaum gestärkt zu werden. Künstlerinnen sind ambitioniert. Was
sie behindert sind die realen Verhältnisse in der österreichischen
Kunstlandschaft, ist die männliche Dominanz in vielen Gremien.
Tatsache ist, dass Künstlerinnen oder
Kunstvermittlerinnen generell weniger verdienen als ihre männlichen
Kollegen, dass von ihnen seltener Werke angekauft werden, dass sie
bei der Vergabe lukrativer Posten und wirklich großer Preise nicht
gleich behandelt werden.
Bei bedeutenden Posten, die in Vorarlberg im Kulturbereich
zuletzt vergeben wurden (Landestheater, Kunsthaus), hatten eindeutig
die Männer das Sagen. Machte man darauf aufmerksam, dass die
Findungskommissionen, denen sich alle Kandidatinnen und Kandidaten
zu stellen hatten, wieder einmal - allen Vorgaben zum Trotz - nur
mit Herren besetzt sind, holte man sich eben rasch eine Alibi-Dame
dazu, oder ließ auch das bleiben.
Den "frauen-kunst-preis" zu bekommen ist für die
Betroffenen sicher angenehm. Abgesehen davon ist die Bedeutung eines
solchen Preises für das künstlerische Fortkommen marginal.
Offenkundig wird durch den Preis "nur" wieder, dass die Situation
von Künstlerinnen und Kunstvermittlerinnen unbefriedigend ist. Eine
Gegenoffensive stellt er nicht dar. |
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