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| 27.07.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| "Da plage ich mich mit der Moderne" | ||
| VON ALMUTH SPIEGLER | ||
| Salzburg. Exklusive Privatsammler, alteingesessene Galerien und eine neue Messe. | ||
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D Hilger ist neben Salzburg-Stammgast Heike Curtze, wie
jedes Jahr in der Wiener Philharmoniker-Gasse 2, heuer die einzige Wiener
Galerie, die sich den heißen Festspielsommer antut. Vor einigen Jahren
mischten sich unter die über 30 Salzburger Galerien noch regelmäßig Gäste
- Lukas Feichtner etwa, Mayer Kainer oder die deutschen "Magers Sprüth".
Zu viel zu tun mit Messen ist die häufigste Erklärung. Oder fehlende
attraktive Räume. Daran scheiterte heuer auch Ursula Krinzinger, die "etwas
sehr Großes" mit internationalen Kollegen geplant hatte - wie schon 2002
übrigens. Und wieder ging es mit der "zentralen Location" schief. "Ein
Salzburger Spiel", meint die Galeristin, die allein schon "zwei, drei"
Festspielsommer in Salzburg bestritten hat, zur "Presse". Mehr will sie
über ihr Projekt nicht sagen - und hofft auf nächstes Jahr. Denn: "Das
Geschäft war für mich immer gut, trotz des Aufwands." Kein Wunder - in Salzburg leben Kunstsammler wie Berater
Anton Schmölzer, Herbert Gaar (Hugo Boss Österreich) oder
Nobel-Blumenhändler Josef Neuhauser. Unter dem Festspielpublikum befinden
sich sowieso immer wieder Kunst-Kenner - und in letzter Zeit siedelt sich
auch fix immer mehr internationale Klientel in der Mozartstadt an.
Jüngster Zuwachs ist "Muck" Flick, der zwar nicht wie Bruder "Mick"
Zeitgenössisches, dafür aber u. a. alte Kunst sammelt. Ein Sektor, der gemeinsam mit der klassischen Moderne in
Salzburg ebenfalls hochrangig abgedeckt ist - zu Ostern gibt es die
erfolgreiche Antiquitätenmesse in der Residenz, ab 1. August wird der
Münchner Altmeister-Großhändler Bernheimer im Schlosshotel Fuschl eine
kleine Filiale betreiben. Und neben der traditionsreichen Galerie Welz
findet sich seit 1994 mit "Salis & Vertes" eine der
führenden Adressen für europäische Kunst des späten 19. und des
20. Jahrhunderts am Alten Markt. Ende 2006 aber heißt es umziehen für
Laszlo von Vertes und Thomas von Salis - in den ersten Stock eines schönen
Barockhauses am Mozartplatz 4. In der gleichen internationalen Kategorie, nur im
zeitgenössischen Bereich, spielt natürlich Thaddaeus Ropac, Österreichs
erfolgreichster Galerist, der sich neben seinem Schlösschen am
Mirabellplatz noch ein Flaggschiff in Paris leistet. Sein Ex-Mitarbeiter
Nikolaus Ruzicska sperrte vor zwei Jahren eine eigene Galerie auf
(Faistauerg. 12) - und ist zufrieden. Obwohl ihm "immer mehr bewusst
ist, dass Salzburg nicht Teil des boomenden Kunstmarkts ist. Wenn meine
Galerie etwa in London stünde, wäre ich vor den Eröffnungen ausverkauft",
sagt er zu "Presse". So konzentriert er sich vermehrt auf seine
Stammkunden. An der neuen Kunstmesse "Art Salzburg" wird auch er - wie
fast alle Salzburger Galerien - nicht teilnehmen: "Das Konzept hat mich
nicht überzeugt." Von 12. bis 15. August gastieren im "MECs Mode
& Eventcenter" 32 Galerien, darunter Artmark, Suppan, Knoll. Die
Auswahl wurde unter Vorsitz von Albertina-Chef Klaus A. Schröder
getroffen. Ebenfalls nicht auf der Messe zu finden sein wird
Ferdinand Altnöder, der seit 23 Jahren in der Sigmund Hafner Gasse 3
österreichische Künstler wie Mosbacher oder Oberhuber vertritt. Von ihm
kommt die stärkste Kritik am Salzburger Markt: Seine großteils in Wien
lebende Klientel kommt nicht mehr wie früher zu den Festspielen. "Das
Publikum legt mehr auf Sehen und Gesehenwerden wert als auf Kultur", meint
er. "Unter Mortier hat sich das Publikum verjüngt, war offener,
ausgeschlossener. Unter Ruzicka ist es wieder konservativer geworden - da
plage ich mich mit der Moderne mehr." |
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