VERONIKA FEHLE
veronika.fehle@vn.vol.at
VN: Die Ausstellung "Wohin des Weges" ist eine
Gemeinschaftsproduktion des Künstlertrios "Artmec". Wer ist "Artmec"
und wie haben Sie zueinander gefunden?
Lenzi: "Artmec" schlüsselt sich in zwei Teile auf. Das "Art"
steht für die Kunst, "mec" ist die Aneinanderreihung der Initialen
unserer Vornamen, also Marlis Basili, Emma Lenzi, Christine Schwab.
Wir haben uns immer wieder bei künstlerischen Workshops gesehen.
Dann haben wir uns gedacht, warum sollten wir nicht auch einmal
gemeinsam etwas auf die Beine stellen.
VN: Gilt für Sie der Grundsatz drei Künstler, drei Zugänge zur
Kunst?
Lenzi: Wir befassen uns unabhängig voneinander oft mit ähnlichen
Themen. Dann setzen wir uns zusammen und erarbeiten ein
Ausstellungsthema und ein Konzept, mit dem alle drei einverstanden
sind.
VN: In der aktuellen Ausstellung wird von Glasfusing bis hin zur
Lyrik einiges zu sehen sein. Welche Rolle fällt Ihnen dabei zu?
Lenzi: Ich bin die Philosophin in unserer Runde. Ich versuche
alles zu verdichten, da gehört für mich, neben meiner Malerei und
Bildhauerei, auch die Lyrik dazu.
VN: Wie finden Sie zu Ihren Themen?
Lenzi: Für mich muss Kunst eine Notwendigkeit sein, erst dann
setze ich sie auch in die Tat um. Dazu gehört auch, dass es immer
wieder Phasen der Themenfindung gibt, in denen man die Leere
ertragen muss. So habe ich auch zu meinem Jahresthema gefunden, das
ich mit "Ergangen" betiteln würde.
VN: "Ergangen" im Sinne von Bewegung, oder spielen Sie damit auch
auf die symbolische Ebene dahinter an?
Lenzi: Es ist sicherlich zu einem guten Teil auch symbolischer
Natur. Da stellen sich Fragen wie, "Wie ist es mir ergangen?", "Wo
bin ich jetzt?", "Wo will ich hin?".
VN: War die Kunst und auch die Lyrik für Sie von Anfang an eine
Notwendigkeit?
Lenzi: Ich habe eigentlich immer gezeichnet, kein Stift war
jemals vor mir sicher. Man kann also sagen, dass ich das Kreative
immer gelebt habe. Hauptberuflich in diesem Bereich zu arbeiten, war
für mich zunächst kein Thema. Aber als ich dann bei Professor
Sargant im Kunstforum erste Kurse belegte, kam eins zum anderen.
VN: Zurück zur aktuellen
Ausstellung. Es ist ja nicht die erste, die Sie als Künstlertrio
veranstalten.
Lenzi: Wir treffen uns zyklisch, einmal in Deutschland bei Marlis
Basili, dann bei Christine Schwab in Oberösterreich und dann wieder
bei mir in Vorarlberg. Heuer haben wir das Thema der Bewegung
gewählt. In der Ausstellung wird beispielsweise auch ein Gemälde von
zehn Metern Breite zu sehen sein, das während einer Tanzperformance
entstanden ist.
VN: Sie sind eine Künstlerin, die den Kontakt mit dem Publikum
nicht scheut.
Lenzi: Jedes Jahr veranstalte ich die Werkstattgespräche, da wird
das ganze Haus für meine Besucher geöffnet. Ich habe dafür nie
Werbung gemacht und trotzdem haben wir großen Zulauf.