VN Sa, 24.9.2005

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Kultur 

VN-INTERVIEW: Die Fußacherin Emma Lenzi hat eine kleine Künstlergruppe gegründet

"Versuche alles zu verdichten"

Drei Künstlerinnen rückten nicht nur näher zusammen, sondern treten auf.

VERONIKA FEHLE veronika.fehle@vn.vol.at

VN: Die Ausstellung "Wohin des Weges" ist eine Gemeinschaftsproduktion des Künstlertrios "Artmec". Wer ist "Artmec" und wie haben Sie zueinander gefunden?

Lenzi: "Artmec" schlüsselt sich in zwei Teile auf. Das "Art" steht für die Kunst, "mec" ist die Aneinanderreihung der Initialen unserer Vornamen, also Marlis Basili, Emma Lenzi, Christine Schwab. Wir haben uns immer wieder bei künstlerischen Workshops gesehen. Dann haben wir uns gedacht, warum sollten wir nicht auch einmal gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

VN: Gilt für Sie der Grundsatz drei Künstler, drei Zugänge zur Kunst?

Lenzi: Wir befassen uns unabhängig voneinander oft mit ähnlichen Themen. Dann setzen wir uns zusammen und erarbeiten ein Ausstellungsthema und ein Konzept, mit dem alle drei einverstanden sind.

VN: In der aktuellen Ausstellung wird von Glasfusing bis hin zur Lyrik einiges zu sehen sein. Welche Rolle fällt Ihnen dabei zu?

Lenzi: Ich bin die Philosophin in unserer Runde. Ich versuche alles zu verdichten, da gehört für mich, neben meiner Malerei und Bildhauerei, auch die Lyrik dazu.

VN: Wie finden Sie zu Ihren Themen?

Lenzi: Für mich muss Kunst eine Notwendigkeit sein, erst dann setze ich sie auch in die Tat um. Dazu gehört auch, dass es immer wieder Phasen der Themenfindung gibt, in denen man die Leere ertragen muss. So habe ich auch zu meinem Jahresthema gefunden, das ich mit "Ergangen" betiteln würde.

VN: "Ergangen" im Sinne von Bewegung, oder spielen Sie damit auch auf die symbolische Ebene dahinter an?

Lenzi: Es ist sicherlich zu einem guten Teil auch symbolischer Natur. Da stellen sich Fragen wie, "Wie ist es mir ergangen?", "Wo bin ich jetzt?", "Wo will ich hin?".

VN: War die Kunst und auch die Lyrik für Sie von Anfang an eine Notwendigkeit?

Lenzi: Ich habe eigentlich immer gezeichnet, kein Stift war jemals vor mir sicher. Man kann also sagen, dass ich das Kreative immer gelebt habe. Hauptberuflich in diesem Bereich zu arbeiten, war für mich zunächst kein Thema. Aber als ich dann bei Professor Sargant im Kunstforum erste Kurse belegte, kam eins zum anderen.

VN: Zurück zur aktuellen

Ausstellung. Es ist ja nicht die erste, die Sie als Künstlertrio veranstalten.

Lenzi: Wir treffen uns zyklisch, einmal in Deutschland bei Marlis Basili, dann bei Christine Schwab in Oberösterreich und dann wieder bei mir in Vorarlberg. Heuer haben wir das Thema der Bewegung gewählt. In der Ausstellung wird beispielsweise auch ein Gemälde von zehn Metern Breite zu sehen sein, das während einer Tanzperformance entstanden ist.

VN: Sie sind eine Künstlerin, die den Kontakt mit dem Publikum nicht scheut.

Lenzi: Jedes Jahr veranstalte ich die Werkstattgespräche, da wird das ganze Haus für meine Besucher geöffnet. Ich habe dafür nie Werbung gemacht und trotzdem haben wir großen Zulauf.

"Wohin des Weges", Eröffnung, 25. September, 11 Uhr, Alte Seifenfabrik, Lauterach. Die Ausstellung ist bis 1. Oktober geöffnet, Freitag, 16 bis 20 Uhr, Samstag, 14 bis 17 Uhr.

Ausschnitt aus einem Aktbild von Emma Lenzi. (Fotos: Lenzi)

Emma Lenzi: "Ich bin die Philosophin . . ."




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