| Temporäre Architektur | |
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Die Großmeister der Architekturszene geben der Schweizer Expo ihr temporäres Gesicht. |
Mit drei bis zu 40 Meter hohen
monumentalen Türmen auf der Arteplage in Biel setzte das renommierte
Wiener Architektenbüro Coop Himmel(b)lau einen der architektonischen Blickpunkte
bei der Schweizer Landesausstellung "expo.02". Der "Freiheit", die sich
aus dem temporären Charakter der Gebäude und dem Bauen am Wasser ergeben
habe, habe ihr besonderes Interesse gegolten, schilderte Wolf D. Prix. So
konnte unter dem überdimensionalen Dach der Arteplage auf einer Fläche,
die - 220 Meter lang und 62 Meter breit - fast doppelt so groß ist wie der
Markusplatz in Venedig, "eine kleine Stadt für ein halbes Jahr"
entstehen.
Ausgefeilte Lichtregie Mit transparenten Folien, die bei bestimmten Lichteinfallswinkeln
undurchsichtig sind, gaben die Architekten den Türmen eine Hülle, die
höchst sensibel auf unterschiedliche Lichtsituationen reagiert. Scheint am
Tag die Konstruktion der Türme durch, die eine Soundinstallation, ein
Stiegenhaus bzw. einen Aufzug beherbergen, so gibt ein eigenes Lichtdesign
in der Nacht den Türmen ein "ganz anderes Gesicht". Für das
Beleuchtungskonzept, das sich auch auf den anschließenden Expo-Park
erstreckt, zeichnet der französische "Schattenzauberer" Yann Kersale
verantwortlich.
Nouvels Monolith In Murten sorgt Jean Nouvels "Monolith" für Aufsehen: Ein im See
schwimmender riesiger Würfel aus rostigem Blech, dessen Seitenkanten mit
34 Metern der Höhe eines zwölfstöckigen Hochhauses entsprechen, lässt sich
nur per Schiff erreichen. Der Würfel beherbergt zwei Panoramen, eines aus
dem 19. Jahrhundert, das die Schlacht von Murten zeigt, und das "Panorama
Schweiz Version 2.1", eine Momentaufnahme der Schweiz von heute. Vom
Zwischengeschoß aus fällt der Blick auf die aufgedockte "Mesoscaphe", ein
auf der letzten Schweiz-Expo 1964 in Lausanne als Sensation präsentiertes
Touristen-U-Boot, das nun, 38 Jahre später, verrostet und verfallen von
der Vergangenheit der Zukunft erzählt. Extatisches Schweben Einmal das Gefühl haben, auf einer Wolke zu liegen, kann man in der von
der Architektengruppe extasia gestalteten Arteplage in Yverdon-les-Bains:
Dort schwebt, in einer eiförmigen Tragstruktur, in gut 100 Metern
Entfernung vom Ufer eine künstliche Wolke über dem See. Die 100 mal 60 mal
20 Meter große Stahlkonstruktion durchzieht ein feines Netz von 32.000
Düsen, die aus unzähligen Tröpfchen Seewasser Wolkennebel erzeugen. In
Regenmäntel gehüllt, können die Besucher die Wolke begehen und sich in der
"Engelsbar" einen Drink im siebenten Himmel genehmigen, nachdem sie sich
zuvor in der Ausstellung "Le premier regard" über den für die Sexualität
bedeutsamen ersten Blick bei der Partnersuche informiert und dann -
freiwilligerweise - in "Oui!" dem anderen das Ja-Wort für 24 Stunden
gegeben haben. Funkelnder Schilf Das Architektenteam Multipack aus Neuenburg plant für das
Wettbewerbsgebiet in Neuenburg einen breiten Parkstreifen entlang des
Sees. Über der Arteplage in Neuchatel schweben drei UFOs - glaubt man
zumindest. In Wirklichkeit handelt es sich um drei auf schlanken Pfählen
ruhende Dächer, Galets genannt, die in rund 30 Meter Höhe über dem See
thronen. Darunter bietet sich Platz für sieben Ausstellungen zum Thema
"Natur und Künstlichkeit". Beispielsweise "Beaufort 12", ein Areal, das
die Zerstörungen zeigt, die ein Orkan der genannten Windstärke anrichten
würde. Für Mutige gibt es einen Sturmsimulator, bei dem man sich zwar
nicht der Beaufort-Stärke zwölf, aber immerhin acht aussetzen kann. Link: expo.02 | ||||||