02.06.2003 22:06
"Kunstraum Innsbruck" in Nöten
soll Landeshauptmann Van Staa von Sinnhaftigkeit der Institution
überzeugen
Innsbruck - Die Situation rund um den 1996 gegründeten
"Kunstraum Innsbruck" spitzt sich zu. Die Verantwortlichen forderten am Montag
erneut vom Tiroler Landeshauptmann und Kulturreferenten Herwig van Staa (V), die
Landessubventionen von derzeit 58.000 Euro pro Jahr auf 145.000 Euro zu erhöhen.
Ansonsten müsse die Einrichtung schließen. Van Staa hatte jedoch zuvor bereits
medial abgewinkt.
Platter betonte 1996, dass der Erhalt des
Kunstraumes "absolute Priorität" habe
Der damalige Kulturlandesrat
und jetzige Verteidigungsminister Günther Platter (V), habe zu Beginn des
Kunstraumes "mehrfach" betont, dass der Erhalt des Kunstraumes "absolute
Priorität" habe. Van Staa habe damals, noch in seiner Funktion als Innsbrucker
Bürgermeister, eine Drittelfinanzierung durch Bund, Land und Stadt gefordert,
hielt Vereinsleiterin Leiterin Elisabeth Thoman-Oberhofer bei einer
Pressekonferenz in Innsbruck fest. Davon sei man derzeit aber weit
entfernt.
30 Prozent des Gesamtbudgets aus
Eigenfinanzierung
Von Seiten der Stadt Innsbruck werde die
Einrichtung jährlich mit einer Summe von 140.000 Euro unterstützt, der Bund
schieße derzeit 60.000 Euro pro Jahr zu. Die Einrichtung habe seit Bestehen mit
einer "sehr engen finanziellen Situation" zu kämpfen, machte die Leiterin
deutlich. Mehr als eine Million Euro habe der Verein Kunstraum Innsbruck seit
der Gründung selbst aufgebracht. Mit Schulden habe der Verein derzeit nicht zu
kämpfen. Insgesamt würden 630.000 Euro (davon 300.000 Euro für den Betrieb)
benötigt, 30 Prozent davon könnten selbst finanziert
werden.
+Unterschriftenliste soll Gehör verschaffen
"Mir
sind keine wirklichen Gründe bekannt, warum Landeshauptmann Van Staa als
Kulturreferent das Weiterarbeiten des Kunstraumes nicht unterstützen will",
meinte Thoman-Oberhofer. Mittels einer Unterschriftenliste wollen sich die
Verantwortlichen nun bei Van Staa endlich Gehör verschaffen. Bisher hätten sich
insgesamt 2.400 Personen, vorwiegend international agierende Architekten und
Künstler, für den Fortbestand ausgesprochen. Sollte diese Maßnahme nicht
greifen, müsste der Kunstraum Ende September zusperren. (APA)