Eindeutige Entscheidung

Der Architekt Peter Cook hat den Wettbewerb für das Grazer Kunsthaus für sich entschieden. Cook hatte sich auch beim Vorgänger-Wettbewerb am Schlossberg beworben, war damals aber als zu exzentrisch abgelehnt worden.


Das Siegerprojekt von Peter Cook und Colin Fournier (London) sei ein "Kunsthaus im wahrsten Sinn des Wortes" und ein "Markzeichen in der Stadt", das Graz wieder den Anschluss an die internationale Architekturszene bringe, lautete sinngemäß die Begründung der Jury.


Anders als ursprünglich geplant wurden nicht drei Siegerprojekte und drei Ankäufe realisiert, sondern unter den 102 eingereichten Projekten nur ein Siegerprojekt ausgelobt und dafür acht Ankäufe durchgeführt. Das Siegerprojekt ist mit 514.000 Schilling dotiert, die Ankäufe erhalten je 154.000 Schilling.

Organitech

Peter Cook, in den 60er Jahren Gründer der avantgardistischen Architektengruppe Archigram, sieht für sein Grazer Projekt eine organische oder sphärische Hülle aus Kunststofflaminat vor, die mittels einer Glasbrücke mit dem alten Eisernen Haus verbunden ist. Der Entwurf hält sich sehr genau an die baulichen Vorgaben und dürfte daher unkompliziert in der Realisierung sein. Die Bruttogeschoßfläche beträgt 9.000 Quadratmeter, die Ausstellungsfläche 1.800 Quadratmeter.

Das neue Kunsthaus besteht im Wesentlichen aus zwei Ebenen, von denen die eine lichtdurchflutet, die andere künstlich beleuchtet sein wird.

Bundeszuschuss steht fest

Wie Kulturstadtrat Helmut Strobl (V) sagte, würden die Behördenverfahren raschest abgewickelt, sodass mit dem Baubeginn Anfang 2001 und der Baufertigstellung Anfang 2003 zu rechnen sei. Strobl wartete noch mit einer anderen positiven Nachricht auf: Ein Gespräch von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) habe ergeben, dass die nicht gesicherten 200 Millionen Schilling an Bundesanteil für das Kunsthaus nun doch gesichert seien.

Zwar werde das Geld an das Projekt "Kulturhauptstadt Europas 2003" fließen, das nun auf 450 Millionen Schilling aufgestockt werde, da aber das Kunsthaus integraler Bestandteil des Projektes sei, würden die Mittel entsprechend umgeschichtet. Damit scheint die Finanzierung des 600 Millionen Schilling teuren Kunsthauses gesichert.

Noch am Freitag Nachmittag hatte der Sprecher der steirischen Liberalen, Christian Brünner, nach der ursprünglichen Absage des Bundes die Suche nach Finanzierungsmodellen und den Abschluss eines Finanzierungsvertrages für das Kunsthaus Graz gefordert.

Das mit 600 Millionen Schilling veranschlagte Kunsthaus sei primär ein Projekt des Landes und sollte auch in erster Linie von diesem bezahlt werden, meinte Brünner. Wichtig sei aber eine Festschreibung der Finanzierungsmodalitäten - Land und Stadt wollen bisher je ein Drittel, der Bund inzwischen sein "verwendungszugesagtes" Drittel nicht mehr berappen, zumal sich nach den Landtagswahlen im Oktober wieder die Zuständigkeiten im Land ändern könnten.

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