| Poesie des Gewöhnlichen | |
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Der aus Transsylvanien stammende Fotograf Brassai wurde vor allem
durch seine vom Surrealismus beeinflussten Aufnahmen aus dem nächtlichen
Paris berühmt. |
Als "Das Auge von Paris" ist er berühmt
geworden, und für viele hat der Fotograf Brassai die Vorstellung vom
Nachtleben der französischen Metropole in der Zwischenkriegszeit geprägt.
Dabei stammte der scheinbar so typische, auf Selbstporträts immer leicht
exzentrisch wirkende Künstler eigentlich aus der k.k.-Monarchie: Er wurde
als Gyula Halász in Brasso/Kronstadt im heutigen Rumänien geboren, kam
1924 über Budapest und Berlin nach Paris und nannte sich dort nach seiner
Heimatstadt Brassai. Eine vom Pariser "Centre Pompidou" zusammengestellte Ausstellung seiner
bedeutendsten Fotos, aber auch seiner Zeichnungen und Skulpturen, ist nun
erstmals in Österreich zu sehen. Sie wird in der Albertina von 21. Juni
bis 21. September gezeigt. Nächtliches Paris und Surrealisten
"Die wichtigsten Gruppen, die man in der Albertina sehen kann, sind
zunächst die Aufnahmen, die im Umkreis seines ersten Buchprojektes 'Paris
bei Nacht' entstanden sind, also zwischen 1930 und 1932. Und die zweite
Gruppe sind Aufnahmen, die im Umfeld der Zeitschrift 'Minothaure', also im
surrealistischen Umkreis, entstanden sind." Inszenierte Aufnahmen Der Kontakt mit vielen Künstlern, die zu dieser Zeit in Paris lebten,
hat Brassais Stil geprägt. Seine Aufnahmen von Liebespaaren, Gaunern und
Freudenmädchen, von Straßenszenen, Graffiti und scheinbar zufälligen
Fundgegenständen strahlen eine Aura von Poesie und - trotz ungeschöntem
Realismus - eine traumwandlerische Atmosphäre aus. Alain Sayag, Kurator der Schau, versucht das Spezielle in Brassais
Bildern zu definieren: "Das Besondere an Brassais Werk ist, dass er als
Künstler die verschiedenen Medien in ein und demselben Geist einsetzt. Er
war ja Schriftsteller, Zeichner und vor allem Fotograf. Seine Bilder
vermitteln immer den Eindruck, spontan entstanden zu sein. Die Analyse der
Negative zeigt aber, dass die Aufnahmen total inszeniert sind." Brassai, der Vielseitige
"Brassai war unendlich vielseitig. Begonnen hat er als Journalist, das
Bild kommt erst später dazu, als er Ende der 20er Jahre durch das
nächtliche Paris geht. Und durch seine Freundschaft mit den
surrealistischen Künstlern lernt er Maler und Bildhauer kennen. Vor allem
durch seine enge Freundschaft mit Picasso in den 40er Jahren kommt es dann
zu seinen eigenständigen Zeichnungen und Skulpturen", erläutert Monika
Faber.
Nachlass an "Centre Pompidou" Anerkannt und mit vielen Preisen geehrt, starb Brassai 1984 in Beaulieu
sur Mer an der Cote d'Azur. Den Nachlass schenkte seine Witwe Gilberte im
Vorjahr dem Pariser "Centre Pompidou". Tipp: Ausstellung "Brassaï", Albertina, von 21. Juni bis 21. September. Anlässlich der Ausstellung in der Albertina ist im Verlag Christian Brandstätter ein umfangreiches Katalogbuch zu Leben und Werk Brassais erschienen. | ||||||||