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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst | ars electronica 
05. Juli 2007
17:54 MESZ
Links:
- netculturespace.at
- aec.at  
"net.culture.space" eröffnet
Ausstellungsraum der Ars Electronica im MuseumsQuartier mit wechselnden Installationen

Wien - Im Wiener MuseumsQuartier (MQ) kann man nun nicht nur Klimt, Schiele, Moderne Kunst oder Architektur bestaunen. Seit Dienstagabend erfährt man im "Quartier 21" auch, wie die Welt klingen würde, würden Satelliten funktionieren wie Plattenspieler-Nadeln. Der "G-Player" des Deutschen Jens Brand lässt aus den Abtastdaten von Satelliten, die Bergmassive und Weltmeere vermessen wie der Tonarm Rillen auf einer Schallplatte, Klänge entstehen. Die Installation ist Teil der ersten Ausstellung im "net.culture.space", mit dem das Linzer Computerkunstfestival Ars Electronica sich ein "zweites Leben" in Wien geschaffen hat.

Die Ars Electronica, deren Haupthaus in Linz eben umgebaut und erweitert wird, ist mit dem vergleichsweise kleinen Ausstellungsraum erstmals real in Wien vertreten. Künftig werden hier regelmäßig wechselnde Installationen des Computerkunstfestivals zu erleben sein. Man wolle "exemplarisch zeigen, was Netzkultur ausmacht", sagte Ars Electronica-Leiter Gerfried Stocker bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend.

Hype um "Web 2.0"

Die ersten Ausstellungen sind dem Hype um das so genannte "Web 2.0" gewidmet, werden rund alle vier Wochen erneuert und sind von 10 bis 20 Uhr täglich bei freiem Eintritt zu erleben - im wörtlichen Sinne: Denn die Computerkunst darf berührt werden, ohne dass - wie im "normalen" Museum - Alarmanlagen losheulen. Ab 6. August folgt eine "Second Life"-Erlebniswelt, in der man mit speziellen Brillen ausgerüstet die Online-Welt erwandern kann, schilderte Stocker.

Es sei "wichtig, die Ars Electronica nach Wien zu bringen", betonte Projektinitiator Rudolf Fischer, stellvertretender Generaldirektor der Telekom Austria Group. In der Diskussion um die Informationsgesellschaft fehle "in vielen Belangen das Erleben" - was die interaktiven Installationen der Ars Electronica jedoch bieten könnten. Man wolle die heutige Vernetzung "nicht nur als Frage von Leitungen, die von A nach B laufen, sondern auch als soziale Situation" zeigen, so Stocker.

Während des Linzer Festivals (heuer vom 5. bis 11. 9.) werden Livestreams aus Linz nach Wien übertragen, weiters sind ausgewählte Animationsfilme auch im MQ-Raum zu betrachten. Das Programm des eigenen Animationsfestivals wird heuer erstmals auch noch in Kiew präsentiert, hieß es am Rande der Pressekonferenz. (APA)


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