25.03.2003 11:15
Biennale im Zeichen "zersplitterter"
Kunst
Direktor Bonami: "Den Blick des Kurators, der
alles zu einer Einheit machen kann, gibt es nicht mehr"
Rom - "Träume und Konflikte - die Diktatur des
Zuschauers" lauten Titel und Motto der 50. Kunst-Biennale, die vom 15. Juni bis
2. November 2003 in Venedig stattfinden wird. Sie stehe diesmal ganz im Zeichen
einer Zersplitterung der zeitgenössischen Kunst, hieß es am Montag bei der
offiziellen Präsentation des Programms in Rom. "Den Blick des Kurators, der
alles zu einer Einheit machen kann, gibt es nicht mehr", sagte Biennale-Direktor
Francesco Bonami. "In den Zeiten der Globalisierung hat diese Methode, die in
den letzten 30 Jahren für die Biennale entscheidend war, endgültig
ausgedient."
Die "Ausstellung der Ausstellungen" ist deshalb in diesem
Jahr in verschiedene Themenkomplexe untergliedert - Inseln innerhalb eines
großen Kunst-Archipels, so Bonami. Sie tragen Namen wie "Ritardi e Rivoluzioni"
(Verspätungen und Revolutionen) oder "La Zona" (Die Zone) und sollen den
Besuchern die Möglichkeit bieten, sich einen individuellen Weg vorbei an Werken
von Künstlern wie Andy Warhol, Damien Hirst und Jennifer Pastor zu
bahnen.
Auf rund 15.000 Quadratmetern Fläche werden die Exponate an
verschiedenen Orten der Lagunenstadt gezeigt. Die Schau präsentiert die Werke
von über 200 Künstlern aus aller Welt. Österreich ist durch den Bildhauer Bruno
Gironcoli vertreten. "Wir möchten, dass die breite Masse der Zuschauer einen
persönlichen Zugang zu den Kunstwerken findet", erklärte Biennale-Präsident
Franco Bernabe.(APA/dpa)