Symbol-Charakter

"Bevor Corrales auf den Auslöser drückt, hat er seine Beute bereits auf der Netzhaut", so der kubanische Schriftsteller Jaime Sarusky.


Die Ausstellung "El Che vive" zeigt zum ersten Mal in Österreich eine Auswahl von Arbeiten des kubanischen Fotografen Raúl Corral Fornos, bekannt unter dem Künstlernamen Raúl Corrales. Es sind Werke eines herausragenden Chronisten der kubanischen Revolution, der die künstlerische Begabung hatte, in den geschichtlichen Ereignissen, denen er beiwohnte, auch die tiefen Emotionen und Gefühle der beteiligten Menschen wiederzugeben.

In den Bildern von Corrales sind Momente festgehalten, die über die konkreten Geschehnisse hinausgehen und somit zu universeller Bedeutung gelangen. Kuratiert wurde die Schau, die in Zusammenarbeit mit der "Floridita Cuban Dance Bar" stattfindet und bis 29. Juni zu sehen ist, von Thomas Mießgang.

Che Guevara, 14 de septiembre de 1959, La Habana / ©Bild: Raúl Corrales
Che Guevara, 14 de septiembre de 1959, La Habana / ©Bild: Raúl Corrales

Opfer des McCarthyismus

Raúl Corral Fornos wurde am 29. Januar 1925 in Ciego de Avila in Kuba geboren. Seine Karriere als Fotograf begann er 1944, anfangs als Labor-Assistent und später als Foto-Reporter für die Agentur "Cuba Sono Films". Als die Hexenjagd des McCarthyismus auch Kuba erreichte, wurde "Sono Films" geschlossen. Ab 1953 arbeitete Corrales unter dem Namen Raúl Varela für die Zeitschriften "Carteles" und "Bohemia".

1959 bis 1961 begleitete er Fidel Castro als Fotograf und dokumentierte die erste Phase der Revolution. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Porträts von Ernesto "Che" Guevara und mittlerweile klassische Sujets vom Aufstand der Massen.

Movilización, La Habano enero, 1961 / ©Bild: Raúl Corrales
Movilización, La Habano enero, 1961 / ©Bild: Raúl Corrales

Autor Sarusky über Corrales

Malagón, 1960 / ©Bild: Raúl Corrales
Malagón, 1960 / ©Bild: Raúl Corrales
"Das Ziel, das er gefunden hat, ist schon seines, er eignet es sich an, weil er schon alles, was es ausdrückt, gesehen hat - sowohl ästhetisch, sozial, wie symbolisch - denn für ihn als Künstler ist alles ein und dasselbe wiederzugebende Bild, deshalb haben einige seiner besten Arbeiten auch den Charakter von Symbolen", schrieb der kubanische Schriftsteller Jaime Sarusky über Foto-Künstler Corrales.

Fidel Castro, circa 1959 / ©Bild: Raúl Corrales
Fidel Castro, circa 1959 / ©Bild: Raúl Corrales

Tipp:

Ausstellung "El Che vive", Kunsthalle Wien, "project space" karlsplatz, bis 29. Juni, Informationen: 01/52189-33

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