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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
16. April 2007
11:14 MESZ
hilger contemporary
13. 4. - 5.5.
Eröffnung 12.4., 19 Uhr
1, Dorotheergasse 5, (01) 512 53 15  
Foto: Galerie Hilger Contemporary / Asger / Gabriel
Großformatiges wie "Space Invader" (2007) zeigen Asgar/Gabriel ab 26. 4. auch in der New Yorker Galerie Lyons Wier Ortt.

Teilzeit-Rebellen beim Insel-Hopping
Das Künstlerduo Daryoush Asgar und Elisabeth Gabriels zeigen bei hilger contemporary "low clouds,high spirits and the island"

Wien - "Barock ist immer ein Ausdruck von Wahrheit", lässt Regisseur Eugène Green einen seiner Darsteller in "Le Pont des Arts" sagen. Eine gewagte These, stimmig nur im Hinblick auf die persönliche Wahrheit eines Augenblicks und genauso in ihr Gegenteil verkehrbar.

Im Zentrum von Daryoush Asgars und Elisabeth Gabriels (beide geb. 1975) Arbeit steht die Auseinandersetzung mit inszenierten barocken Bildwelten und -formaten, ebenso wie repräsentative Historienmalerei des 19. Jahrhunderts. Die Lust an der Selbstinszenierung fällt bei den Helden ihrer recht monumentalen Gemälde mimisch allerdings ausgesprochen beiläufig aus. "Du kannst alles sein, was du willst", scheinen die in Inselidyllen gepackten Protagonisten verführerisch zu flüstern ... "aber sei nie endgültig und du selbst", könnte ergänzt werden. Die Kostümsucht und Jagd nach ständig neuen Identitäten statt der wahrhaftigen spiegelt sich auch in Titeln wie parttime rebels oder the last conquerors wider.

Das von Wien nach Berlin übersiedelte Künstlerpaar arbeitet seit 2005 zusammen. Am Computer collagiert Gabriel digitale Bildwelten aus "im wahrsten Sinne des Wortes 100 Teilen, die massenmediale Vorlagen zitieren. Sexy Jungvolk im Piraten-Outfit oder im trashigen Napoleon-Kostüm und doch, aus vielfach manipulierten Puzzle-Teilen zusammengesetzt, "Frankenstein-Figuren" verschiedenster Images und Identitäten. Asgar übersetzt die "Fake-Welten" in malerisches Sfumato. Beeindruckende Welten, die näher betrachtet nicht nur durch aufgelöste Raumkanten und Perspektiven aus den Fugen geraten. (kafe/ DER STANDARD, Printausgabe, 12.4.2007)


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