06.06.2003 19:01
Besucherrekord bei Soho in Ottakring
16.000 Besucher auf "Österreichs größtem Ausstellungsraum"
Wien - Junges Kunstfestival als ehrgeiziges Standortkonzept -
"Soho in Ottakring" zieht seit seiner ersten Ausgabe 1999 eine jährlich
wachsende Zahl von Besuchern in das Viertel rund um den Brunnenmarkt. Mit rund
16.000 waren es heuer um ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr, die sich auf
den 4200 Quadratmetern Ausstellungsfläche einfanden, 10.000 allein bei der
Eröffnung am 24. Mai, wie die Organisatoren anlässlich der bevorstehenden
Finissage (7. Juni) in einer Aussendung mitteilte. "Soho in Ottakring hat sich
als "public art project" etabliert", so Veranstalterin Ula
Schneider.
Unter dem Motto "Welten sichten" präsentierten sich heuer 180
Künstler mit 60 Ausstellungen, rund 103 Special-Events und sieben Aktionen im
öffentlichen Raum auf insgesamt 4200 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Wieder
vertraute man auf das bewährte Konzept, leer stehende Geschäftslokale genauso zu
bespielen wie bestehende Geschäfte und Ateliers. Auch Performances, Konzerte,
Filme und geführte Reisen in das Ottakring von gestern, heute und morgen lockten
in den vergangenen zwei Wochen Publikum in den Bezirk. Besonders interaktive
Kunstprojekte wie das "Extrazimmer", das Besucher zum Baden einlud, oder Götz
Burys Traumstudio seien Publikumsmagneten gewesen, heißt es von den
Organisatoren Ula Schneider und Beatrix Zobl.
Das Wiener Einkaufsstraßen
Management (Wirtschaftskammer Wien) unterstützt das Festival von Beginn an, um
die Geschäftstreibenden vor Ort zu mobilisieren und einen langfristigen Beitrag
für mehr Lebensqualität zu leisten. Auf der Ebene der Stadtentwicklung gibt es
ablesbare Erfolge: Auf Grund der vergangenen drei Ausgaben des Festivals konnten
38 bisher leer stehende Lokale vergeben werden, auch heuer hätten sich wieder
viele Interessenten gemeldet. Auch das "Night-Shopping" - bei verlängerten
Öffnungszeiten an bestimmten Tagen - sei gut angekommen.
Besonders freute
es die Veranstalter, dass auch kritische Positionen Aufmerksamkeit fanden.
Diskussionsveranstaltungen im Rahmenprogramm, die etwa das Leben von Migranten
in Wien thematisierten, hätten "überraschend viel Publikum" gehabt. Einen
speziellen Schwerpunkt bildeten Projekte mit hoher internationaler Beteiligung
wie etwa die Sammelausstellung der jungen Londoner Galerie "Seven
Seven".
Bei der Finissage am morgigen Samstag werden noch einige hundert
Gäste erwartet, Abends gibt es ein Abschluss-Clubbing. (APA)