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In einem feinen spannungsvollen Verhältnis zwischen
Malerei und neuen Medien werden die Bildwelten von Herbert Brandl und Rudi
Molacek am Ufer des Traunsees gegenübergestellt: Cool, sinnlich,
klassisch, jedoch stets das Tafelbild im Fokus. Rudi Molacek nimmt eine
diskursive Position in der Malerei ein. Wenn auch Naturgemälde, wie etwa
Blumenstilleben, sein Werk prägen, ist stets die Reflexion über die
Malerei das zentrale Thema, wobei neue Medien den Platz von Pinsel,
Ölfarbe und Leinwand einnehmen können. Klassisch betriebene Malerei, wie
auch von Herbert Brandl, ist taktil, sinnlich und die Materie ist stets
präsent. Das sind wesentliche Züge des Mediums, die den Illusionismus, die
Abbildung von Wirklichkeit nicht unbedingt mit einbeziehen müssen.
Molaceks aktuelle digitale Prints sind ohne taktile Stofflichkeit; wie
auch in der Fotografie bestimmt die fiktive Ausdehnung und das
Nicht-Wahrnehmen-Können der Oberfläche die Bildstruktur. Digitale Daten
imitieren wuchtige Pinselhiebe und Farbschlieren, die sich in einer
fulminanten Tiefenstaffelung aufbauen. Ihr irisierendes Schimmern erinnert
an die flirrende Wasseroberfläche eines Sees, womöglich am Fuße des
Berges. Herbert Brandls Berg-Malerei ist stets ein Vexierbild zwischen der
Fulminanz koloristischer Farbräume und der Illusion eines romantisch
aufgeladenen Naturereignisses. Seit einiger Zeit setzt der Maler den Berg
ins Zentrum seiner Bildikonografie: die Herausforderung ist es, den Berg
als emotional, historisch und symbolisch stark besetztes Motiv
aufzugreifen und in freie Malerei zu transformieren - gleichsam den
alleinigen Malvorgang aufs neue auf sich zu nehmen und den "Koloss"
Malerei mit all seiner Geschichte und seinen Errungenschaften
schlussendlich zu bezwingen, oder zumindest an ihm teilhaben zu können.
Hinzu kommt der stetige Konflikt zwischen der Malerei per se und der
Realisierung des Sujets. Oft zerschlägt der Künstler den Gegenstand: mit
breiten Pinseln streift er über die Leinwand, lässt ihre groben Fährten
bewusst offen stehen, abstrahiert das vorgegebene Motiv, um die Materie
und deren virtuose koloristisch malerische Oberflächentextur zur Geltung
kommen zu lassen. (Gmunden, An der Traunbrücke 9; bis 3. August)
GALERIE WINTER: TREND BIEDERMEIER
In einer medial vielfältigen Auswahl - Video, Malerei,
Zeichnung und Fotografie - wird dem Phänomen des Biedermeiers auf den
Grund gegangen - "Biedermeier, oder was?" Dabei ergeben sich durchwegs
dichte Positionen, die auch, wie der Titel andeutet, in eine leicht
ironische Richtung tendieren können. Dies ist vor allem in den feinen
Kugelschreiberzeichnungen von Stoyan Dobrev zu erkennen, wenn er ähnlich
einer Wandteppichstruktur idyllische Panoramalandschaften darstellt. Mit
dem "Adlerauge" begibt sich der Betrachter auf die Spur und entdeckt
allerlei Szenerien: Wildschweine, Adlerhorste. Chantal Michel fotografiert
"alte Schinken" aus dem 19. Jahrhundert, die in einem deutschen
Auktionshaus zur Versteigerung gelangen. Die junge, in Wien lebende
Französin Beatrice Dreux stellt einem "biederen" Blumenstilleben einen
locker gemalten Frauenakt entgegen. Konservativ versus Sinnlichkeit.
Annelies Strba zeigt Fotografien romantischer Blumenfelder, die eine
durchaus sensible, malerische Note gewinnen. (VII., Breite Gasse 17; bis
1. August) Florian Steininger
© Die Presse | Wien
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