| Mehr als nur Luft | |
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Auf die schwierige Frage "Was ist Kunst?" meint Gerwald Rockenschaub
nur lakonisch: "Definitley something."
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Ein voluminöser, durchsichtiger
PVC-Würfel dominiert den Hauptraum der BAWAG-Foundation. Das ist der
neueste Typus der aufblasbaren Arbeiten von Gerwald Rockenschaub.
Mit einer Kubatur von 4 mal 4 Metern reicht er vom Boden bis zur Decke
und zeigt dem Betrachter durch einen Raster von Schnüren die
perspektivische Verjüngung nach hinten. Es ist eine der ersten
Installationen, mit denen Gerwald Rockenschaub das Konstruktionsprinzip
seiner Arbeit zeigt. "Wenn ich diesen Raster, diese Schnüre und Noppen nicht hätte, würde
das Ganze eine Kugel werden", erklärt Rockenschaub seine Arbeit. "Die
Konstruktion wird dadurch erst möglich und ich wollte das einfach mal
zeigen." Genauer Grenzüberschreiter Rockenschaubs oberstes Gebot heißt Präzision. In seinen Arbeiten gibt
es keine überflüssigen Zentimeter oder rhetorisches Beiwerk. Er liefert
Modelle, ob diese nun wie Malerei oder Skulptur aussehen, ob es
Rauminstallationen oder Soundtracks sind.
Bereits Ende der 80er Jahre hatte der Konzeptionist Gerwald
Rockenschaub durch eine Gegenüberstellung von Musik und Bildender Kunst
das traditionelle Künstlerbild revolutioniert, indem er im Rahmen seiner
Ausstellungen obsessives DJing betrieb. Später sollte das unter dem Label
Crossover bekannt werden. Spaß muss sein Heute hat er davon wieder Abstand genommen, widmet sich - abgesehen von
einigen Audioproduktionen - ganz der Bildenden Kunst. "So etwas macht man
ein oder zwei Mal und dann ist es bekannt. Dann ist es aber auch nicht
mehr lustig, weil die Grenzüberschreitung ist bereits erfolgt",
kommentiert Rockenschaub seine Ausflüge ins DJ-Geschäft. "Ich ziehe mich
also wieder zurück und versuche, die Grenzen anderwärtig auszuloten".
Scherenschnitte Rockenschaubs erneutes Interesse am Bild zeigt sich an einer Serie
computergenerierter Wandobjekte, die in einem anderen Raum zu sehen sind.
Sie stellen in Anlehnung an den Ausstellungstitel "Variatios on Classic"
Landschaftsbilder dar und bestehen aus selbstklebenden Farbfolien, die
händisch aufgeklebt wurden.
Für Gerwald Rockenschaub sind diese Bilder "eine Mischung aus digital
und analog". Er gibt damit auch einen Hinweis auf die technologische Basis
zeitgenössischer Kunst. Link: BAWAG Foundation | ||||||||||