VN Sa, 2.4.2005

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Kultur 

Weg mit diesen alten Lamellen!

Das Nomadentum von "Kunst. Vorarlberg" endet in der Villa Claudia.

Feldkirch (VN-ag) "Kunst. Vorarlberg" präsentiert in der Villa Claudia in Feldkirch die erste Ausstellung in den eigenen vier Wänden.

21 Mitglieder aus den Vereinsreihen beteiligen sich am viel versprechenden Auftakt. Jenseits einer konventionellen Werkschau sind die Räume selbst und das darin vorherrschende Element der Lamellenvorhänge das Thema.

So galt es, pro Künstler jeweils zwei neue Lamellenstreifen im Originalformat zu gestalten. Betrachtet man die Lamellen und das für alle gleiche Trägermaterial symbolisch und in Bezug auf die Vereinsstruktur, so könnte Demokratie zum wichtigen Stichworten werden. Auf konkreter Ebene führt jedoch die Länge der Streifen, multipliziert mit der Zahl der teilnehmenden Künstler, zum Ausstellungstitel "133,66" und einer Vielzahl von Artefakten.

Gemorstes Licht

Dabei halten sich jene Arbeiten, die den Streifen als zweidimensionalen Bildträger begreifen, die Waage mit dreidimensionalen Ansätzen. Klar bildhauerisch lösen Roland Adlassnigg, dessen Streifen sich in Fortführung seiner Rauchaffäre von der Decke kringeln, und die zur Libelle mutierte Lamelle von Albrecht Zauner die Frage.

Bei Hilda Egle-Keemink klettert eine füllige Ballerina den Streifen hinauf, während Oliver Bischof das gemorste Wort "Lux" Schatten werfen lässt und sich Evelyne Fricker mit kleinen Löchern den "Durchblick" verschafft.

Frühlingshaft

May-Britt Chromy arbeitet frühlingshaft in Pastell, wo Cornelia Blum das Weiß des Streifens durch farbige Papierschnüre ersetzt und Alois Galehr materialfindig mit Verbandsklammern die Hoffnung über das Leben hinauswachsen lässt. Wie wenig es braucht, um ein komplettes Bild im Kopf des Betrachters entstehen zu lassen, demonstrieren die Arbeiten von Kurt Dornig und Edgar Leissing, während der in Lippenstift formulierte Songtitel "Will You Still Love Me Tomorrow?" von Ines Agostinelli Feministisches mit Vereinsinternem vermischt.

Teebeutel-Endlosmodule

Einen Rückblick stellen die Farbpaletten von Ursula Dorigo dar, und auch Lisa Althaus verarbeitet in ihren Streifen tagebuchartige Skizzen.

Georg Vith befasst sich mit der Infrastruktur in Form von Lichtschaltern und Steckdosen, ein Teebeutel bevölkert als Endlosmodul den Streifen von Uta-Belina Waeger und Matthias Weissengruber nimmt seinen Streifen wortwörtlich unter die Räder. Außerdem mit dabei sind Lamellen von Walter Drexel, Arno Egger, Markus Grabher, Christian Grass und Renate Ludescher-Krapez.

Die Ausstellung zeigt einen engagierten Verein, der sich selbstbewusst der Herausforderung neuer Räumlichkeiten stellt.

Die Ausstellung "133,66" ist in der Villa Claudia in Feldkirch bis 17. April zu sehen, geöffnet Fr, Sa, So 14Ö18 Uhr.

Roland Adlassnigg setzt seine Beschäftigung mit dem Thema "Rauch" auch in der Bearbeitung der Lamellen um. (Foto: ag)




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