Feldkirch (VN-ag) "Kunst. Vorarlberg" präsentiert in der Villa
Claudia in Feldkirch die erste Ausstellung in den eigenen vier
Wänden.
21 Mitglieder aus den Vereinsreihen beteiligen sich am viel
versprechenden Auftakt. Jenseits einer konventionellen Werkschau
sind die Räume selbst und das darin vorherrschende Element der
Lamellenvorhänge das Thema.
So galt es, pro Künstler jeweils zwei neue Lamellenstreifen im
Originalformat zu gestalten. Betrachtet man die Lamellen und das für
alle gleiche Trägermaterial symbolisch und in Bezug auf die
Vereinsstruktur, so könnte Demokratie zum wichtigen Stichworten
werden. Auf konkreter Ebene führt jedoch die Länge der Streifen,
multipliziert mit der Zahl der teilnehmenden Künstler, zum
Ausstellungstitel "133,66" und einer Vielzahl von Artefakten.
Gemorstes Licht
Dabei halten sich jene Arbeiten, die den Streifen als
zweidimensionalen Bildträger begreifen, die Waage mit
dreidimensionalen Ansätzen. Klar bildhauerisch lösen Roland
Adlassnigg, dessen Streifen sich in Fortführung seiner Rauchaffäre
von der Decke kringeln, und die zur Libelle mutierte Lamelle von
Albrecht Zauner die Frage.
Bei Hilda Egle-Keemink klettert eine füllige Ballerina den
Streifen hinauf, während Oliver Bischof das gemorste Wort "Lux"
Schatten werfen lässt und sich Evelyne Fricker mit kleinen Löchern
den "Durchblick" verschafft.
Frühlingshaft
May-Britt Chromy arbeitet frühlingshaft in Pastell, wo Cornelia
Blum das Weiß des Streifens durch farbige Papierschnüre ersetzt und
Alois Galehr materialfindig mit Verbandsklammern die Hoffnung über
das Leben hinauswachsen lässt. Wie wenig es braucht, um ein
komplettes Bild im Kopf des Betrachters entstehen zu lassen,
demonstrieren die Arbeiten von Kurt Dornig und Edgar Leissing,
während der in Lippenstift formulierte Songtitel "Will You Still
Love Me Tomorrow?" von Ines Agostinelli Feministisches mit
Vereinsinternem vermischt.
Teebeutel-Endlosmodule
Einen Rückblick stellen die Farbpaletten von Ursula Dorigo dar,
und auch Lisa Althaus verarbeitet in ihren Streifen tagebuchartige
Skizzen.
Georg Vith befasst sich mit der Infrastruktur in Form von
Lichtschaltern und Steckdosen, ein Teebeutel bevölkert als
Endlosmodul den Streifen von Uta-Belina Waeger und Matthias
Weissengruber nimmt seinen Streifen wortwörtlich unter die Räder.
Außerdem mit dabei sind Lamellen von Walter Drexel, Arno Egger,
Markus Grabher, Christian Grass und Renate Ludescher-Krapez.
Die Ausstellung zeigt einen engagierten Verein, der sich
selbstbewusst der Herausforderung neuer Räumlichkeiten stellt.