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Kultur 

Kunst aus hochalpiner Klausur

Die Ergebnisse des "SilvrettAtelier 2004" sind im Palais Liechtenstein zu sehen.

ARIANE GRABHER

Feldkirch (VN) Die Symposien folgen einander, doch sie gleichen sich nicht: Auch in seiner vierten Auflage hat das von der Vorarlberger Illwerke AG getragene, von Roland Haas geleitete Projekt "SilvrettAtelier" nichts von Wiederholung an sich.

Das Konzept, eine noch internationaler gewordene, zehnköpfige Künstlerschar für 14 Tage in hochalpine Klausur zu schicken und einer in zeitlichem Abstand dazu folgenden Ausstellung, überzeugt. Die jüngsten Artefakte des im Spätsommer 2004 durchgeführten Symposiums sind im Palais Liechtenstein in Feldkirch zu sehen.

Dass das Symposium von seinen Teilnehmern lebt, lässt sich auch diesmal feststellen. Ebenso wie der Schwerpunkt des Mediums Zeichnung - bei aller Unterschiedlichkeit der künstlerischen Strategien. "Außerdem", so der Montafoner Künstler und Projektleiter Roland Haas, "sind vor Ort kaum fertige Arbeiten entstanden. Die Künstler haben das "SilvrettAtelier 2004" vielmehr für intensive Feldforschung, ein Sammeln und In-sich-Aufnehmen genutzt. Umso spannender ist es jetzt, die Resultate zu sehen."

Schwerpunkt Zeichnung

Zeichnungen und Fotomaterial von der Silvretta verarbeitet Ines Agostinelli (V) mit found-footage-Material zu vielschichtigen Collagen, die sie zwischen plakativen Inhalten und deren Rezeption ansiedelt.

Dominieren das Individuum und seine Erfahrung Agostinellis Schaffen, so umhäkelt Barbara Bernsteiner (Ö) gefundenes Treibgut mit grauer Wolle. Neben dem ironischen Zugang zu einer typisch weiblichen Tätigkeit hat ihre Installation etwas Kalligrafisches, während sich Margarethe Bootsmas (Kanada) Auseinandersetzung mit den menschlichen Eingriffen in der Natur in ihren fotografischen Perspektivenwechseln und dem Verschmelzen von Erfahrung und fiktivem Raum spiegelt.

Wanderung mit Maria

Mit einfachen Materialien, meist Papier, arbeitet Maria Bussmann (D). Auf den philosophischen Spuren Heideggers hat sie sich auf der Suche nach dem Ursprung des Kunstwerks auch auf Holzwege führen lassen, während Künstlerkollege Othmar Eder (CH) just eine "Wanderung mit Maria" zum Thema für seinen Zeichnungszyklus wählt. Nähert sich Eder den Dingen zwischen Mikro- und Makrokosmos mit unglaublich feinem Gespür, so münden Christoph Feichtingers (Ö) "Faltungen" ins Ornamentale. Das Thema Gletscherschmelze bearbeitet Roland Haas (V) von verschiedenen Seiten: Neben einem vor Ort gemalten Triptychon und einer strukturellen Arbeit führt er die Land-art-Serie der "Spiegelungen" weiter.

Auch Timo Jokela (Finnland) hinterlässt Zeichen in der Hochgebirgslandschaft, begibt sich in den Fotocollagen zugleich aber auch auf eine Reise in die Vergangenheit des Ortes.

Von Weg und Wanderer

Dagegen beschäftigt sich Ruth Knünz (V) in Film und Fotoarbeiten mit der Gegenwart und ihrem ganz alltäglich banalen Geschehen und die Gehstöcke der in Wien lebenden Finnin Leena Naumanen erzählen vom Weg und vom Wanderer, gewidmet dem Vorsichtigen, dem Mutigen, dem Braven und dem Fröhlichen.

"SilvrettAtelier 2004": bis 24.April, geöffnet MiÖFr 16Ö19, Sa, So 10Ö13 Uhr, Palais Liechtenstein, Feldkirch; Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Barbara Bernsteiner umhäkelte nicht nur Treibgut.

Margarethe Bootsma setzt sich in ihren Arbeiten mit den Eingriffen des Menschen in die Natur auseinander. (Foto: Bootsma/ag)




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