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Wo Hängematten zur Kunst werden

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Lieblingsprojekt von OK-Chef Martin Sturm: Michael Kienzers „Abhängen“   Bild: Otto Saxinger

Im Vorjahr gestürmt, jetzt eine besondere Attraktion bei der diesjährigen Kunst-Triennale Linz1.0: City-Parkdeck und Höhenrausch-Steg, wiederum gespickt mit Kunstwerken jenseits des Üblichen. OK-Chef Martin Sturm im OÖN-Interview über seine Triennale-Vorlieben und Linz in seiner neuen Rolle als österreichisches Zentrum für junge Kunst-Tendenzen.

OÖN: Bewährt sich Linz als österreichische Triennale-Hauptstadt?

Sturm: Linz bewährt sich bestens. Gerade dadurch, dass die Stadt kleiner ist als beispielsweise Wien, ist es fokussierter. So kann die Triennale Linz1.0 besser als führendes Ereignis, als kultureller Höhepunkt kommuniziert werden. Wird dadurch auch außerhalb von Linz leichter als herausragendes Ereignis wahrgenommen. Immerhin haben wir bereits jetzt mehr als 20.000 Besucher.

OÖN: Kann man sagen, dass Linz durch das EU-Kulturhauptstadtjahr Linz09 auf diesem Sektor besonders gut eingeführt ist?

Sturm: Unbedingt. Linz ist jetzt ideal auf Kunst gestimmt. Wie ein Instrument, auf dem man plötzlich die Saiten anders zum Klingen bringen kann. Das ist auch die einzige Konsequenz aus Linz09, dass man dieses Instrument weiterhin solcherart benützt. Wenn ein Instrument nicht gespielt wird, wissen wir, was passiert....

OÖN: Auch der besonders durch das Riesenrad berühmt gewordene 09-Höhenrausch-Parcours auf dem Dach der City-Passage wird für die Triennale bespielt. Sind Sie hier mit der Frequenz zufrieden?

Sturm: Sehr. Und das hier oben – samt dem Holzsteg mit dem grandiosen Stadtblick – hat durch die Triennale eine völlig neue Qualität. Da wird eine Parkgarage bespielt, da sind Hängematten aufgespannt, da gibts das Sommerkino. Vor allem die Gegenwartskunst hat ja die Kraft, auch banale Orte neu sehen zu lassen. Eine Parkgarage etwa verlässt man doch meistens fluchtartig. Bei uns wird sie zu einem angenehmen entspannenden Freizeitort, wo man halt mal eine Stunde liest. Das hat schon was, diese Verwandlung von öffentlichem Raum – und das jenseits des Kommerziellen. Dafür bietet sich gerade diese Hochfläche super an.

OÖN: Bei der Triennale Linz1.0 gibt es bei vergünstigtem Eintritt mit eigenen Tickets auch sogenannte Blitzlichtführungen. Was kann man sich darunter vorstellen?

Sturm: Da kann man, kompetentest geführt, in zwei Stunden einige Höhepunkte aller Stationen der Triennale Linz1.0 besuchen. Das tut auch der Aufmerksamkeit gut, sich an einem der drei Ausstellungszentren einmal nur auf zwei, drei Arbeiten zu konzentrieren, statt zwanzig auf einmal anzuschauen. Frei nach dem Motto „Klasse statt Masse“. Appetithappen also.... Gusto machen auf die Kunst.

OÖN: Werden da immer die gleichen Arbeiten gezeigt?

Sturm: Die Führenden sind bei den Blitzlichtführungen eher flexibel. Aber bei uns im OK fix dabei ist die Arbeit von Mara Mattuschka, und es geht natürlich auch aufs Dach rauf.

OÖN: Nun kann die Triennale Linz1.0 ja als Best-of der jungen Kunst in Österreich gesehen werden. Sind Sie der Meinung, dass manche der hier gezeigten Kunstschaffenden den Sprung in eine, nennen wir es „Kunst-Ewigkeit“ schaffen können?

Sturm: Nun: Die Ewigkeit ist eine ganz hohe Latte. Aber in eine Internationalität und in eine bestimmte Nachhaltigkeit in Bezug auf ihre künstlerische Existenz und Wahrnehmung bringt einen die Teilnahme hier schon. Die Linzer Triennale ist schon eine Art Sprungbrett.

OÖN: Viele der hier ausgestellten Arbeiten bewegen sich auf einem immateriellen Pflaster (Video…). Wie gehen Sammler damit um? Ist in der Kunstkauf-Szene nicht eher die Lust an den Dingen vorherrschend?

Sturm: Die Lust an den Dingen ist auch heute noch der wesentliche Antrieb. Es ist noch immer beliebter, Dinge, also Plastiken oder Bilder, zu sammeln. Bei Videos, Internet-Projekten gibt es aber bereits Sammler-Editionen. Bei Rauminstallationen sind es auch aufgrund des Platzbedarfs vor allem die großen Sammler und Museen, die so etwas ankaufen. Jaja, experimentelle Kunst verlangt eben auch das Experiment des Sammlergeistes....

OÖN: Wobei bei Computerarbeiten ja auch die Kurzlebigkeit durch die rasante digitale Entwicklung eine Rolle spielt: Was heute neuester USB-Stick, kann mit den Computern neuer Generationen womöglich nicht mehr verwendet werden...

Sturm: Da haben wir bei Präsentationen – etwa beim „Tiefenrausch“ 2008 mit Arbeiten Peter Weibels – schon Probleme gehabt. Da hat die Kunst ein Ablaufdatum.

OÖN: Was ist eigentlich Ihr persönlicher Triennale-Lieblingsbeitrag?

Sturm: Ganz eindeutig: Michael Kienzers Hängematten-Installation auf dem Parkdeck, bei dem seine Verspannungskunst aus Seilen, Matten und Verbindungen zum „Abhängen“ einlädt. Trotz aller Kritiker, die mich dann immer fragen, ob ich ihnen damit einen Bären aufbinden will, was diese Hängematten denn mit Kunst zu tun haben sollen. Kienzer zeigt damit auch genau das, was die Kunst heute leisten kann: Orte eben neu zu definieren. Lustvoll und intelligent.

Info: Reichhaltiges Sommerprogramm inkl. Workshops; Termine unter www.triennale.at

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  • ..dem kann ich nur beipflichten.
    von oneo, 20.07.2010 17:22 Uhr
    övp- regierte bundesländer ist es egal, was nach wien fließt, hauptsache ihr oberbauer pröll füllt...
  • und die???
    von oeggoe, 20.07.2010 17:13 Uhr
    Jo, leider. Gibt sicher welche, dies wirklich ned dapackn. Is wia beim Kreuzweh, a paar ham an...
  • Es lebe der Kantönligeist !
    von cold_wrath, 20.07.2010 17:13 Uhr
    Diese Rechnung kann noch verfeinert werden: Welche Unsummen fließen z.B. aus stinkreichen...
  • Steuergeldverschwendung
    von _guenther, 20.07.2010 17:10 Uhr
    Bei den Straßen muß komischerweise nicht gespart werden, bei der Bahn wird jeder Cent umgedreht....
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    von cold_wrath, 20.07.2010 17:09 Uhr
    Die Spur zu mir ist gelegt. Dein Onkel Gunther.
  • ...Landeshaftung ?
    von cold_wrath, 20.07.2010 17:08 Uhr
    ...Ergänzung...
 
 
 
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