Klar, Kunst im öffentlichen Raum darf nicht zur Behübschung
ausarten und auch nicht einfach als Attraktion abgehandelt werden.
Wolfgang Fetz, dem Kurator der Sommerausstellung von Kunstverein und
Kulturamt in Bregenz, gibt da wohl jeder Recht. Verlässt man die
gesicherten Ausstellungsräume, so muss die Aktion draußen Teil des
Gesamtkonzeptes sein.
Aber Festspielstädte, in denen sich auf Straßen und Plätzen
nichts tut, was man mit zeitgemäßer bildender Kunst in Verbindung
bringen könnte, sind doch ein etwas trister Anblick. Gerade einmal
ein paar Holzer-Zitate entlang der Bahnhofstraße sind für einen
ganzen Sommer ein bisschen wenig.
Wir wollen uns doch nicht an Salzburg ein Beispiel nehmen, wo es
neben penetrant einfältigen Festspieltransparenten an allen Ecken
der Innenstadt gar nichts mehr gibt. Wahrscheinlich hat sich die
Bevölkerung dort im Vorjahr an einer einzigen harmlosen Pissfigur
auch nur so erregt, weil sich endlich eine Möglichkeit dazu bot.