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| Andy, der Filmer |
In Andy Warhols Atelier wurden permanent
Filme gedreht: Vom reduzierten "Sleep", in dem über fünf
Stunden lang ein Mann beim Schlaf gefilmt wird, bis zu den
"Screentests", hunderten Mini-Porträts von Besuchern, Stars
und Niemanden, Freunden, Künstlern.
Für das frühe MTV
produzierte Warhol Sendungen, die eine Abwechslung zur bloßen
Aneinanderreihung von Musikvideos waren. Dieses Format hieß
"Andy Warhols Fifteen Minutes" - jener Zeitraum Ruhm, die das
bekannte Warhol-Zitat jedem Menschen zugesteht.
"Immer
gelingt es Warhol, so dreinzuschauen wie jene Schüler, die der
Lehrer immerzu ohrfeigen möchte, weil sie so abwesend wirken",
sagt der Medientheoretiker Klaus Theweleit. Der Künstler, der
in seinen "Fifteen minutes (more or less)" die versprochenen
mehr oder weniger fünfzehn Minuten Ruhm über eine Reihe
Menschen ausgießt, bleibt immer distanziert.
Debbie
Harry moderiert einmal mit, Warhol unterhält sich mit Bryan
Adams, ein Schwarm Models wird befragt - "Modeln als Kunst,
das Model als Fetisch" heißt es da. Fehler sind Teil des
Konzepts. Tempowechsel bei den Schnitten, raue, experimentelle
Bildüberlagerungen - solche Spielereien lassen das alt
aussehen, was sich jetzt innovativ nennt im Fernsehen. (lena)
vom 14.11.2005 |
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