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| Bund erhöht
Basisabgeltungen nicht - Bestürzung bei Museumschefs KHM-Direktor Seipel: "Können einen Teil unserer gesetzlichen Aufgaben nicht erfüllen" - Albertina: Personalabbau und Absage von Restaurierungen - Bundestheater "hoffen noch". Wien (APA) - Bestürzt reagierten heute österreichische Museumsdirektoren auf die Tatsache, dass die gedeckelten Basisabgeltungen für die Bundesmuseen (insgesamt 68,75 Mio. Euro) auch 2003/04 nicht erhöht werden. Einen entsprechenden Bericht des "Standard" bestätigte das Bildungsministerium. "Das heißt, wir können einen Teil unserer gesetzlichen Aufgaben nicht erfüllen", meinte Wilfried Seipel, Direktor des Kunsthistorischen Museums (KHM). Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder beklagte, dass ihm gegebene Zusagen nicht eingehalten wurden und kündigte u.a. einen Personalabbau an seinem Haus an.Nicht bestätigen wollte man im Kunststaatssekretariat Meldungen, dass auch die Bundestheater (133,6 Mio. Euro) gedeckelt blieben. "Wir hoffen noch, sind aber illusionslos", meinte Holding-Chef Georg Springer. Seipel, der die "Grenze des akzeptablen Umgangs mit den Bundesmuseen" ortet, meinte, einige für 2004 geplante Ausstellungsprojekte seien in Frage gestellt. Weitere Einsparungen werde es bei Führungen und Werbung geben. Außerdem müsse man den Erwerbungsetat für 2004 auf Null stellen. "Wir werden einen Personalabbau vornehmen und alle jene Leistungen, die nicht positive Deckungsbeiträge bringen, stark reduzieren", meinte Schröder. So müssen möglicherweise für die Forschung wichtige Sammlungskataloge entfallen, der Studiensaalbetrieb soll eingeschränkt werden, wichtige anstehende Restaurierungen werden - "trotz Gefahr in Verzug" - nicht gemacht werden können, wenn sich dafür nicht Extra-Sponsoren finden lassen. Bei den geplanten Ausstellungen werde nun "nachjustiert, aber nicht bei denen, die die Öffentlichkeit zu Recht von uns erwartet." Nach vier Wochen halte man bei über 90.000 Besuchern und liege "bei Besuch und Erträgen deutlich über den Erwartungen." Für MAK-Direktor Peter Noever spiegelt "die Tatsache der Nichterhöhung der Basisabgeltung die Haltung gegenüber Kunst und Kultur wider und ist in einer Zeit wie dieser besonders tragisch, vor allem für ein Land, das sich per Selbstdefinition als Kultur-Staat sieht." Das MAK werde "das bereits auf Sparflamme reduzierte Ausstellungsbudget" weiter kürzen müssen und weiterhin über kein Ankaufsbudget verfügen. Der Geschäftsführer der Bundestheater Holding, Georg Springer, meinte: "Fix ist nix. Mir wurde nichts mitgeteilt, weder inoffiziell noch offiziell." Zwar seien die Budgetverhandlungen der einzelnen Ressorts mit dem Finanzminister abgeschlossen, doch nun gehe es darum, wie man die ausverhandelten Mittel in den Ressorts aufteile. Sowohl Museums- als auch Theaterdirektoren warnen seit Jahren u.a. davor, dass die ständig steigenden Personalkosten einen immer höheren Anteil der gedeckelten Budgets beanspruchten, dass also der operative Spielraum der Häuser ständig eingeengt werde. Im Bildungsministerium ist man sich der Problematik bewusst und verweist auf eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie zur wirtschaftlichen Lage der Bundesmuseen, die derzeit intern begutachtet werde. Auch die Versicherungskosten für die steigende Zahl an Ausstellungen, die vor der Ausgliederung durch die Bundeshaftung für Leihgaben abgedeckt waren, würde stark zu Buche schlagen. Laut der Leiterin der Sektion für Kultur- und Kunstangelegenheiten im Bildungsministerium, Brigitte Böck, stünde etwa eine automatische Inflationsabgeltung zur Diskussion. Die Studie werde jedenfalls eine der Grundlagen für eine spätere Neuverhandlung der Basisabgeltung sein. 2003-04-16 12:57:17 |