Eine "gelungene Kombination"

"Das Museumsquartier ist ein Markenzeichen für Wien geworden", so Bildungsministerin Elisabeth Gehrer.


Zwei Jahre nach der Eröffnung gratulierte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (v) am Freitag Wolfgang Waldner, dem Direktor des Museumsquartiers (MQ), zu der "Erfolgsgeschichte der Innovation". Mit einem Besucherzuwachs um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr habe man eine gelungene Kombination von urbanem Naherholungsraum und Kulturviertel erreicht. Im August soll der angekündigte Wettbewerb für ein neues gestalterisches Signal an der Außenfassade ausgeschrieben werden.

Nach Schloss Schönbrunn und dem Kunsthistorischen Museum sei das MQ inzwischen die drittbeliebteste Kulturattraktion Wien, berichtete Gehrer auf der Pressekonferenz am Freitag bei Prosecco zur Feier nach zwei Jahren Betrieb des "größten Kulturprojekts des 20. Jahrhunderts."

Tagesbesucherfrequenz

Die Tagesbesucherfrequenz lag im Mai und Juni bei durchschnittlich 7.300, auf das Jahr hochgerechnet ergebe das rund 2,2 Millionen Personen, die das MQ-Areal für die verschiedensten Zwecke nutzen. Besonders in der Zeit zwischen 12.00 und 18.00 Uhr sei die Frequenz gestiegen.



Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zur Besucher-Frequenz

In Zukunft soll ein erweitertes Ticketsystem in Kooperation mit Austria Ticket Online (ATO) mit Karten für Veranstaltungen in ganz Österreich den Besuchern zur Verfügung stehen. Um durch die "barocke Festung", so Waldner, nach Außen hin die Inhalte des MQs zu kommunizieren, wird im August der Wettbewerb "Außenwirkung des MQ" unter dem Vorsitz von Wolf D. Prix ausgeschrieben werden.

Neuerungen

Am 5. Juli öffnet mit dem "MQ daily" der erste Nahversorger für die rund 400 Beschäftigten und die Besucher des Areals. Ein "repräsentatives Portal" soll am Durchgang Breitegasse entstehen. Einen kostenlosen, öffentlichen Wireless LAN-Spot für anonymes Surfen soll es von "quintessenz" geben.

"Artist in Residence"-Programm des "quartier21"

Von privaten Sponsoren werden die bisher vier Künstlerstudios in früheren Wohnungen finanziert, in denen in den vergangenen Monaten 28 Künstler aus aller Welt projektbezogen arbeiten konnten. Laut Tilo Schulz, derzeitig "Artist in Residence" im quartier21, eine der veränderten künstlerischen Praxis angepasste Form der Kunstförderung.

Ein "work in progress" sei das quartier21 mit derzeit 33 Nutzern mit Zweijahres-Mietverträgen. Seit der Eröffnung im September 2002 haben dort 275 Veranstaltungen stattgefunden. In Mai und Juni haben nach Angaben des MQ täglich mindestens 800 Personen das quartier21 frequentiert. Nach einer Anfangsinvestition von 2,9 Millionen Euro soll der jährliche Aufwand großteils aus den Einnahmen gedeckt werden. Gehrer hält die 7.000, "nicht fix verplanten" Quadratmeter des quartier21 als "Platz für Experimente und kulturellen Austausch" für zentral.

Mit Waldners Management zufrieden

Mit Waldners Management ist Gehrer höchst zufrieden, wobei sie vier Kernpunkte hervorhob: Konsequente Bewirtschaftung, effizientes Standortmarketing, intensive Besucherbetreuung und einen vielfältigen Nutzungsmix. An alle Beteiligte sprach sie die Mahnung aus, "sich nicht gegenseitig das Leben schwer zu machen."

Ein Teil der Nutzer sieht das anders und fordert Waldners Rücktritt.

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