
Sa,
2.4.2005
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Fink reist mit "Panik"
nach Peking
Der Vorarlberger Künstler wurde zur Biennale nach China
eingeladen.
Schwarzach (VN-cd) Mit "Leiterhochbänken" und "Leibhäusern" wird
Tone Fink demnächst nach China reisen. Wer das OEuvre des
Vorarlberger Künstlers einigermaßen kennt, weiß, dass mit solchen
Namen Papierobjekte bezeichnet werden, die auch als surrealistisches
Mobiliar Verwendung finden, immer bewegt werden können und bewegen.
In Peking findet vom 20. September bis 20. Oktober zum zweiten
Mal eine Biennale statt. Fink ist neben Maria Hahnenkamp zum
Vertreter Österreichs erkoren worden. Dass das nach der renommierten
Malerin Maria Lassnig geschah, die bei der Premiere dieser
internationalen Großausstellung vor zwei Jahren dabei war, erklärt
die hohe Bedeutung dieses Auftrags.
Mit Panik sieht er dem Auftritt zwar nicht entgegen, aber die
Leibhäuser, also "Panikbehälter", kommen selbstverständlich auch im
Rahmen einer Performance zum Einsatz, bei der Fink klar macht, dass
die Arbeiten immer auch auf Behausungen des Menschen verweisen, im
extremsten Fall zur eigenen verletzten oder schützenden Haut werden.
"Paperporn"
Kurz vor Ostern hat er in Krems sein Repertoire übrigens mit
Tierfiguren erweitert. Der "Maikäferdompteur", der er als
Filmemacher und Zeichner einst war, schuf für eine Performance, bei
der Kurt Palm auch über das Ei philosophierte, symbolträchtige
Unschuldslämmchen. Tierisch, aber keineswegs unschuldig, geht es
bald auch in Wien zu. Fink bereitet eine Großausstellung für 2006 im
MAK vor. Unter dem Titel "Paperporn" treten Lochstabpaare in Papier
auf.
KOMMENTAR
Ein
gutes Zeichen
CHRISTA DIETRICH
christa.dietrich@vn.vol.at,
•72/501-225
Jm Ausland, vor allem dort, wo das Angebot groß und entsprechend
qualitätsvoll ist, erfolgreich zu sein, ist logischerweise die beste
Auszeichnung oder das schönste Zeugnis für einen Künstler aus einem
kleinen Land. Vorarlberger mischen da wieder kräftig mit.
Tone Fink wird also Österreich auf der Biennale von Peking
vertreten. Sie findet erst zum zweiten Mal statt, der eigentliche
Stellenwert im internationalen Kunstgeschehen ist noch unklar - aber
immerhin. Ruth Schnell, jene Vorarlbergerin, die bereits auf der
renommierten Biennale von Venedig ausstellte, zeigt derzeit
Lichtobjekte in Berlin. Nicht irgendwo, sondern an der Fassade der
neuen Akademie der Künste, deren Errichtung in der Nähe des
Brandenburger Tores rege diskutiert wurde. Beide Künstler wurden
auch von Institutionen in ihrer Heimat entsprechend präsentiert.
nders verhält es sich mit Herbert Willi. Der Komponist aus dem
Montafon hat grandiose internationale Erfolge (Aufträge des
Cleveland Orchestra, der Wiener Philharmoniker etc.) vorzuweisen. In
Vorarlberg (re)agiert man eher zurückhaltend.
Am Vorarlberger Landeskonservatorium formieren sich nun
inzwischen auch erfolgreiche Musiker, darunter Studenten von Herbert
Willi, zu einem Hommage-Konzert. Schon einmal ein gutes Zeichen.
"Maikäferdompteur" Tone Fink schuf Lämmer aus Aludraht und
Japanpapier für eine Performance mit Ona B. (Foto: Marianne Grebher)
Immer noch als
Papiertiger unterwegs: Tone Fink.
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