


Das Licht im Herz tragen: die Arbeit von Jorge Pardo für die Prometheus-Ausstellung.

Graz - Ein geschundener Körper aus Wachs, der an einen gekreuzigten Christus erinnert, von Berlinde de Bruyckere, ein mit dem Bunsenbrenner karamellisiertes Kruzifix aus Zuckerwürfeln von Christian Eisenberger, ein durchtrainiertes Heldenbein, das einen Zuckerstreuer balanciert, das zu ewiger Jugend verdammte Entertainerpaar Siegfried und Roy, posierend mit einem Weißen Tiger und nachgestellt vom Künstlerkollektiv G.R.A.M., sowie ein ganz allein in einem dunklen Raum vor sich hin schlagendes Herz von Petra Sterry: verstörende wie auch witzige Arbeiten bildender Künstler, die das Kulturzentrum bei den Minoriten derzeit zeigt.
Mit Statements, die sich alle um den Mythos des Titans, Menschenfreundes und Rebells Prometheus drehen, der den Sterblichen das Licht brachte und dafür von seinen unsterblichen Kollegen, den Göttern, bestraft wurde, eröffnete das 35 Jahre alte Kulturzentrum jüngst seine neuen Ausstellungsräume. Sie liegen nur einen Stock tiefer als die alten im 400 Jahre alten Gemäuer des Klosters.
Die Arbeiten hinterfragen auch die Entwicklung des Menschen, dem das Licht des Verstandes geschenkt wurde. Was hat er damit gemacht? Berlinde de Bruyckere, deren lebensgroße Arbeit besonders unter die Haut geht, kommt angesichts der Bilder von verkohlten Körpern im Irakkrieg und Kreuzigungsszenen aus der Kunstgeschichte zu dem Schluss: "In all diesen Jahren zwischen den Kreuzigungen und diesen Bildern hat sich absolut nichts geändert. Gar nichts. Der Horror geht weiter."
Die Ausstellung wurde vom Leiter der Galerie, Johannes Rauchenberger gemeinsam mit Roman Grabner kuratiert. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD/Printausgabe, 13./14.03.2010)
Graz, Kulturzentrum bei den Minoriten, bis 25. April
Das Licht im Herz tragen: die Arbeit von Jorge Pardo für die Prometheus-Ausstellung. Foto: J. Rauchenberger
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