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| 25.04.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Gabriele Krinzinger: Bauen - Galerie Winter: Gehen - Hohenlohe/Kalb: Schaukeln | ||
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Bei seiner spektakulären Aktion "Shoot" ließ sich der
1946 in Boston geborene Künstler Chris Burden Anfang der 70er-Jahre vor
Publikum in den Arm schießen. In Burdens aktueller Schau "Bridges and
Bullets" mahnt eine kleine Glasbox mit goldenen Patronen an diese
schmerzvolle Performance. Munition aus einem so weichen Metall stellt
natürlich ein Paradox dar. Aus glänzendem Material sind auch die vielen
Brückenmodelle der Ausstellung. Als Altersbeschäftigung hat sich Burden
die aufwändige Konstruktion von maßstabsgetreuen Stahlbrücken (Preise auf
Anfrage) auserkoren, die er aus Tausenden von Metallplättchen
zusammensetzt. Diese Miniaturbrücken basieren auf den historischen
Bausätzen für Buben "Meccano" und "Erector". Die "21 Foot Truss Bridge"
füllt fast einen Raum. Auch Burdens begleitende Fotogravuren zeigen Bilder
von echten und fiktiven Brücken aus Spielzeugkatalogen, die das Kind im
Mann erfreuen. (Bis 21. Mai, Seilerstätte 16, Wien 1) Galerie Winter: GehenIn regelmäßigen Abständen bricht Michael Höpfner zu
wochenlangen Fußmärschen durch unwirtliches Gelände auf. Besonders
asiatische Steinwüsten haben es dem 1972 in Krems geborenen Künstler
angetan. Höpfners Kunst besteht gleichermaßen im Gehen, wie in den
Fotografien, Reisebüchern und Zeichnungen, die er aus dieser Erfahrung
gewinnt. Dabei verfolgt er einen medienkritischen Ansatz mit dem Ziel,
sich von vorgefertigten Landschafts-Klischees abzuheben. So setzt er etwa
den zirkulierenden Sujets von Wüsten abstrahierte Foto-Diptychons
menschenleerer Ödlandschaften (4200 €) entgegen. Nicht nur Reiseführer und
Geo-Hefte liefern uns Bilder endloser Weiten. Fast alle Kriege der letzten
Jahre haben in Wüstengegenden stattgefunden. Den militärisch-industriellen
Komplex streift Höpfner mit Aufnahmen eines chinesischen Garnisonslagers
(1300 €) in Doku-Ästhetik. Im Ausstellungstitel "About this centre" klingt
die Frage nach Zentrum und Peripherie an. Wie sich Höpfner als
Aus-dem-Zentrum-Kommender die fremden "Randzonen" und deren Zentren
visuell aneignet, machen seine kleinen Reisebücher (800 €) deutlich. (Bis
4. Juni, Breite Gasse 17, Wien 7) Hohenlohe/Kalb: SchaukelnEin Knäuel von Aluminiumdraht quillt aus einem kleinen
Rucksack. Ist das eine Skulptur zum Umhängen? Schleppt der Künstler so
seine Materialien herum? In Michael Kienzers Galerienschau "ab und zu"
bleibt die Tasche an der Wand, aber zum übervollen Sack (5300 €) entstehen
automatisch Bilder von Mobilität. Bei "Platz nehmen" (18.000 €) tragen
zwei einander gegenüber stehende Stühle ein windschiefes Alu-Gestell, das
wie ein Rahmen wirkt. Wie soll man sich dieser witzigen Anordnung nähern?
Die Aufforderung im Titel ist nicht einlösbar und der Rahmen liefert nicht
wirklich einen Ausschnitt der Welt. Eine umkreisende Betrachterbewegung,
die das Objekt unweigerlich in Relation zum eigenen Körper zu erfassen
versucht, provoziert auch die Installation "Reck" (16.000 €): Ein
Metallrohr hängt an dünnen elastischen Bändern, wie sie für Gummizüge
verwendet werden. Auch hier gilt: Schaukeln nur in der Vorstellung! (Bis
27. Mai, Bäckerstraße 3, Wien 1) Nicole Scheyerer |
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