Feldkirch (VN-ag) Silke Maier (geboren 1969
in Nenzing, Studium der Malerei und Fotografie) thematisiert in
ihrem Werk Denk- und Wahrnehmungsprozesse. "Bild/Ton/Video"
verkündet die Ausstellung vollmundig. Die in den Außenraum
projizierte Videoanimation war nur am Eröffnungsabend zu sehen, und
die 55 Minuten Ton einer Kieferoperation sind nicht nur ein Anschlag
auf die Realzeit eines Besuchers, sie rühren auch an elementaren
Ängsten. Bleibt also noch das Bild. Und das reicht eigentlich auch.
Denn in ihren jüngsten Bilduntersuchungen gelangt die in Wien
lebende Künstlerin zu durchaus überzeugenden Resultaten.
Erweiterter Aktionsradius
Nicht nur, dass Silke Maier ihren künstlerischen
Aktionsradius ausdehnt und sich der Malerei und der Fotografie
gleichermaßen bedient. Im Zusammenbringen beider Medien erreicht sie
eine Verschmelzung, die zugleich Erweiterung bedeutet. In den
Ölbildern vollzieht sich der "Spurwechsel" im sicht- und
nachvollziehbaren Wechsel von Pinsel(breite) und Farbe. Bänderartige
Farbspuren, deren leichte Unregelmäßigkeit so etwas wie Handschrift
verrät, beginnen irgendwo im Bild, laufen aus, werden überlagert,
von anderen Farben aufgenommen und weitergeführt - ein scheinbar
endloses Gegen- und Miteinander von Nuancen und Tönen.
Im Nebeneinander zweier Techniken wird auch das motivische
Spektrum der Malerei durch die Künstlerin fast unmerklich erweitert,
indem sie reale Bildinhalte, umrisshafte Personenschemen oder das
Gesicht eines jungen Mannes einbringt.
Damit stellt sich nicht nur die Frage nach der Erkennbarkeit und
der Erinnerung, in der Überlagerung der Farben und Strukturen kommt
einmal mehr die Wahrnehmung ins Spiel.
Die Ausstellung ist im Kunstverein A4, Entenbachgasse,
Feldkirch, bis 14. November zu sehen, geöffnet Dienstag und
Donnerstag 17.30 bis 20, Samstag 10 bis 12 Uhr.
Arbeit von Silke Maier