VN Do, 31.10.2002

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Silke Maier im Kunstverein A4

Feldkirch (VN-ag) Silke Maier (geboren 1969 in Nenzing, Studium der Malerei und Fotografie) thematisiert in ihrem Werk Denk- und Wahrnehmungsprozesse. "Bild/Ton/Video" verkündet die Ausstellung vollmundig. Die in den Außenraum projizierte Videoanimation war nur am Eröffnungsabend zu sehen, und die 55 Minuten Ton einer Kieferoperation sind nicht nur ein Anschlag auf die Realzeit eines Besuchers, sie rühren auch an elementaren Ängsten. Bleibt also noch das Bild. Und das reicht eigentlich auch. Denn in ihren jüngsten Bilduntersuchungen gelangt die in Wien lebende Künstlerin zu durchaus überzeugenden Resultaten.

Erweiterter Aktionsradius

Nicht nur, dass Silke Maier ihren künstlerischen Aktionsradius ausdehnt und sich der Malerei und der Fotografie gleichermaßen bedient. Im Zusammenbringen beider Medien erreicht sie eine Verschmelzung, die zugleich Erweiterung bedeutet. In den Ölbildern vollzieht sich der "Spurwechsel" im sicht- und nachvollziehbaren Wechsel von Pinsel(breite) und Farbe. Bänderartige Farbspuren, deren leichte Unregelmäßigkeit so etwas wie Handschrift verrät, beginnen irgendwo im Bild, laufen aus, werden überlagert, von anderen Farben aufgenommen und weitergeführt - ein scheinbar endloses Gegen- und Miteinander von Nuancen und Tönen.

Im Nebeneinander zweier Techniken wird auch das motivische Spektrum der Malerei durch die Künstlerin fast unmerklich erweitert, indem sie reale Bildinhalte, umrisshafte Personenschemen oder das Gesicht eines jungen Mannes einbringt.

Damit stellt sich nicht nur die Frage nach der Erkennbarkeit und der Erinnerung, in der Überlagerung der Farben und Strukturen kommt einmal mehr die Wahrnehmung ins Spiel.

Die Ausstellung ist im Kunstverein A4, Entenbachgasse, Feldkirch, bis 14. November zu sehen, geöffnet Dienstag und Donnerstag 17.30 bis 20, Samstag 10 bis 12 Uhr.

Arbeit von Silke Maier




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