
Galerie Georg Kargl , 1040 Wien, Schleifmühlgasse 5. Bis 2. 5.

In der Gruppenausstellung "Feedbackstage" war Michael Gumhold mit einer Tribüne vertreten, die die Fankultur mit Rockenschaub'schen Podesten und Perspektivenwechseln verband. Derzeit läuft bei Georg Kargl seine Einzelausstellung, in der er unter dem Titel "[: The : Complete : Rehearsal : Room : Recordings :]" seine Referenzsysteme weiter ausbaut.
Auf einer Stehtafel wird ein Konzert angekündigt, an der Wand gibt ein weitgehend abstrahiertes Porträt von Ozzy Osbourne eine etwaige Vorstellung davon, wie die frei erfundenen Bands The Reptoids, die Walking Bicycles und The Spoken Four klingen könnten. Wider erwarten sind in der Ausstellung dann aber keine rockigen Töne zu hören, vielmehr sind es ganz unterschiedliche Zeichen- und Referenzsysteme, die der Künstler gemeinsam zum "Klingen" bringt.
Dass sein Plattenspieler nicht nur an eine Zitrone, sondern auch an die "Capri-Batterie" von Joseph Beuys angedockt ist, könnte einem entgehen, dafür taucht Carl André namentlich auf: "Moonwalk a Carl André Floor Piece Wood Maquette" steht auf einem Bodenstück, das den Minimalisten mit Popkönig Michael Jackson zusammenbringt.
Zentrales Stück ist die "Wall of Sound", die der Künstler mit Musikkassetten gezimmert hat und die den Besucher am Ende auf den Namen "Phil" stoßen lässt: Michael Gumhold gedenkt damit des Musikproduzenten Phil Spector, der sich mit dem vollen Klang seiner Songs einen Namen machte. Auf Textbildern wird dieses männlich dominierte Universum mit Sätzen wie dem folgenden zumindest vorsichtig hinterfragt: "Vielleicht muss man versuchen, dem Prestige großer Proportionen zu widerstehen." (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.4.2009)