| Nachahmungstäter | |
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"Wir sind die Mediatoren der Kunstszene", behauptet das Duo Deutschbauer/ Spring von sich ironisch-selbstbewusst. |
Wenn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Kunststaatssekretär Franz
Morak (V) in Salzburg, Venedig, Wien oder Warschau Kulturevents oder
-bauten "eröffnen", dann sehen sie mitunter ganz anders aus, als man es
vom Bildschirm her gewohnt ist. In diesem Fall ist man in eine
Doppelconference des Künstlerduos Julius Deutschbauer und Gerhard Spring
geraten. Seit bald zwei Jahren sorgen die beiden mit subversivem
Aktionismus zu aktuellen Themen im Kunstbereich für Aufsehen. Zahlreiche Projekte
Deutschbauer/ Außerdem planen sie in München eine Ausstellung mit dem Titel
"Wurmfortsatz", bei der sie ihre Methode des "transformierenden
Nachspielens" auf den Skulpturkünstler Erwin Wurm anwenden werden. Wurm
habe nämlich öffentlich gesagt, "dass jeder, der ihn nachahmt, geklagt
wird, und wir versuchen herauszufinden, was da dahinter ist", so die
Künstler im Gespräch mit der APA. Aufklärer am Werk Im Repertoire befinden sich Performances, Ausstellungen,
Plakataktionen, Buchveröffentlichungen sowie Videoarbeiten. Die Methodik
hinter ihren Arbeiten entwickelt sich zum Markenzeichen und lässt sich mit
"Nachahmung interventionistischer Kunstpraxen" beschreiben. Die beiden
bildenden Künstler erzeugen die Kunst nicht selbst, sondern es gehe ihnen
darum, "im Nachspiel - nicht des Künstlers, sondern des geforderten
Publikums - zu erfahren", was eigentlich hinter dem Kunstbetrieb
stecke. Multitalente Die Qualifizierung ihrer Arbeit bleibt der journalistischen
(In-)Kompetenz oder der des Konsumenten überlassen. "Gattungsbegriffe
obliegen den Kritikern, obwohl wir bei unseren Aktionen Vorschläge machen.
Wir würden uns nicht gegen eine Fehlbezeichnung wehren. Wir sind mit allem
einverstanden." Sei es Plakatkünstler ("Plakatkünstler stimmt immer!"),
Videokünstler, Fotokünstler, Text-, Vortrags- oder Auftrittskünstler. -
Gemeinsamer Vorschlag nach kurzem Brainstorming: "Wir sind die Mediatoren
der Kunstszene" - Schneller Nachsatz: "Schön wär's." Das Positive der Politik Bei ihren Rollenspielen (etwa als Morak mit wechselnden Gästen) gehe es
den beiden nicht um Personen, sondern um Funktionen, versichern sie.
Deutschbauer/Spring sehen dabei ihre Arbeit als "satirisch im positiven
Sinne, dass wir das Affirmierbare der Positionen deutlich herausstellen
wollen." Also Negatives in Positives umkehren? - "Genau!" Vor einem
schrecken sie allerdings zurück: "Den positiven Haider zu erfinden, wäre
Schwerarbeit". Außerdem "würden wir noch harmloser werden. - Noch
harmloser geht ja gar nicht mehr." | ||||