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vom 14.06.2007 - Seite 020

ERNEUERUNG: Nach 30 Jahren hat die Zukunft im Kulturzentrum Ursulinenhof begonnen

Drehscheibe für Kunstvermittlung im Herzen von Linz

VON REINHOLD TAUBER

Das Kulturzentrum Ursulinenhof in Linz: Dreißig Jahre Arbeit nach einem bisher unverändert gebliebenen Schema, kostengünstiger Veranstaltungsraum, Kunst- und Kulturvereine unter einem großen Dach. Manche sehr aktiv, der eine und/oder andere Verein gestaltet sein Dasein bloß als Briefkasten-Adresse.

Das bisherige System wirkt ausgeleiert. An einer inhaltlich-strukturellen Neukonstruktion wird gearbeitet, sie soll in ersten Schritten schon im Herbst verwirklicht werden. Es soll weniger Vereine, aber mehr Kunst geben - das Kulturzentrum als Drehscheibe für Kunstvermittlung. Eingerichtet wird in jenem Trakt, in dem die Kunstvereine ihr Domizil (auch weiterhin) haben, eine "Artothek", in der Kunst auch auf Zeit verliehen werden kann. Die angekauften Kunstbestände werden dafür aus dem Archivdunkel geholt.

Außerdem wird die Ankaufspolitik des Landes überdacht und mit neuen Akzenten versehen. Eng verflochten mit der Landesgalerie, deren Leiter Martin Hochleitner auch für die neue "Artothek" verantwortlich sein wird. Mit im Team: Anneliese Geyer von der Landeskultur. Die neue Kunst-Drehscheibe wird auf 400 Quadratmetern Fläche im zweiten Obergeschoß im U-Hof-Osttrakt untergebracht, im Verbund mit einem neuen Veranstaltungssaal.

60 Prozent der Fläche werden Schau- und Auswahl-Bereich, der Rest Lager und Verwaltung. Das bedeutet für die Zülow-Gruppe eine Umsiedlung um ein Stockwerk tiefer - ohne Raumverlust.

Für etwa 20 Gruppierungen bedeutet es allerdings eine Aussiedlung. Darunter Höhlenkundler, Arbeiter-Sängerbund, Blasmusikwerk oder Naturschutzbund, die alle in das ehemalige Landesarchiv in Nachbarschaft der Landeskulturdirektion an der Promenade kommen werden.

Im U-Hof bleiben Organisationen wie der Musiktheater-Verein, das Büro für kulturelle Auslandsbeziehungen, das bedeutende Volkslied-Archiv, die Fotogalerie.

Logistik-Spiel

Die notwendigen Umbau- und Adaptierungsarbeiten sind mit rund 500.000 Euro veranschlagt. Noch im Spätherbst soll damit begonnen werden, volle Funktionstüchtigkeit ist bis 2009 geplant. Diese Umstrukturierung ist ein Logistik-Spiel. Erst wenn das Landeszentrum Hauserhof fertig adaptiert ist, können die bisher im alten Landesarchiv untergebrachten Verwaltungsstellen dorthin übersiedeln, und erst dann erfolgt die Übersiedlung aus dem U-Hof.

Weitergeträumt wird die Idee einer wirkungsvollen strukturellen Vernetzung von U-Hof, neugestaltetem OK und Moviemento unter sinnvollem Einbezug des "Arena"-Platzes, in dessen Sand vom Land bisher 1,5 Millionen Euro gesetzt wurden und dessen Neugestaltung hoffentlich zu dieser kulturpolitischen Zielsetzung beitragen kann.

Neue Perspektiven für das Landeskulturzentrum Foto: Weihbold


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