03. September 2009 - 00:04 Uhr · Von Lukas Luger · Kultur

Spionagetauben als „Überflieger“

Spionagetauben als „Überflieger“
LINZ. Heavy-Metal-Perücken, spionierende Tauben und ein Hühnerei im Brutkasten. Ungewöhnliches und Überraschendes aus der digitalen Welt bietet ab heute eine Ausstellung der Linzer Kunstuniversität.

Am 5. September geht es in der Kunstuniversität Linz sprichwörtlich um Leben und Tod. An diesem Tag entscheidet sich nämlich, ob aus dem Brutkasten, der in das Kunstprojekt des australischen Studenten Tim Devine integriert ist, tatsächlich ein Küken schlüpft.

Die Entscheidung „Küken oder doch nur Frühstücksei“ treffen dabei ab 3. September einzig die Besucher der diesjährigen Ausstellung des Studienganges „Interface Cultures“ im Brückenkopfgebäude Ost. Durch das Betrachten des Eies schneiden die Besucher die Energie vom Brutkasten ab. Je mehr Menschen das „Hühnerspektakel“ also sehen wollen, desto größer die Gefahr, dass das Küken noch vor dem Schlüpfen stirbt.

Digitale Kunst zum Anfassen

Digitale Kunst zum Anfassen, Selbsterleben und Mitmachen: um diese Themen drehen sich die während des vergangenen Studienjahres unter der Leitung von Christa Sommerer entstandenen künstlerischen Arbeiten. Insgesamt elf Projekte aus den Bereichen interaktive Kunst, audiovisuelle Installationen oder Videospiele werden ausgestellt.

Ungewöhnlich ist der Beitrag „Der Überflieger“ des gebürtigen Innsbruckers Andreas Zingerle (29). Ausgestattet mit Satelliten-Navigationssystem und digitalem Fotoapparat werden Brieftauben zu Hightech-Spionagetauben, deren Flugwege die Besucher am Bildschirm mitverfolgen. Zingerle: „So wird gezeigt, wie nah der Überwachungsstaat bereits ist.“

Kopfschüttel-Messgerät

Für die Freunde der härteren musikalischen Gangart bietet das von Tiago Martins und Ricardo Nascimento entwickelte Videospiel „Headbang Hero“ den nötigen Adrenalinschub. Hier können zu Heavy-Metal-Musik die persönlichen Headbanging-Fähigkeiten (deutsch: Im-Takt-der-Musik-den-Kopf-schüttel-Fähigkeiten) überprüft werden. Eine mit Bewegungssensoren ausgestattete Perücke misst die Bewegungen und zeigt, wie gut der Spieler dem Rhythmus der Musik folgt.

Quelle: OÖNachrichten Zeitung
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,253043
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