Erich Lessings Fotoalbum 1945-1960
Von der Befreiung zur Freiheit
Am 20. März wird auf Burg Schlaining eine Ausstellung mit Fotos
vom Erich Lessing eröffnet, mit denen anlässlich des Gedankenjahres die
Nachkriegszeit anschaulich dokumentiert wird. Diese Schau ist eine von
insgesamt elf gleichartigen Veranstaltungen, die in fast allen
Bundesländern stattfinden.
Erich Lessing ist einer jener wenigen Zeitzeugen,
der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit Mut und Sensibilität die
Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes aufgenommen hat. Seine Bilder
gelten als Meilensteine der politischen Reportage.
Davor und
danach
Bei den Ausstellungen sind Schwarz-Weiß-Fotografien von
Erich Lessing aus den Jahren 1945 bis 1960 zu sehen. Es geht nicht nur um
das österreichische Schicksalsjahr 1955, sondern um die Geschichte davor
und danach, wodurch der Staatsvertrag in das allgemeine europäische
politische Geschehen nach dem Zweiten Weltkrieg eingebunden wird. Der
Krieg war zwar zu Ende, aber die Welt war geteilt in Ost und West und
nicht nur Länder waren getrennt, sondern auch Familien, und durch manche
Ortschaften zog sich die Grenze mitten durch. Die fotografischen
Zeitdokumente werden bei der Ausstellung auf der Burg Schlaining ergänzt
durch Zeitungsberichte, Plakate und Flugblätter. Über Kopfhörer werden
politische Reden, Musik der damaligen Zeit und von in der Nazi-Zeit
verbotenen Komponisten zugespielt.
Umfassende
Information
Die Ausstellung informiert aber auch über die
soziale und gesellschaftliche Situationder jeweiligen Zeitabschnitte.
Dazu gehören die Arbeitslosigkeit, die Heimkehrer und
Kriegsversehrten, die Flüchtlingsströme, das neue Verhältnis zwischen
Frauen und Männern, die unterschiedlichen Erfahrungen durch den Krieg in
der Heimat und an der Front, erste mühsame Versuche, die Kriegs- und
Nazizeit zu verarbeiten und eine andere, bessere Zukunft zu schaffen. Ziel
der Kuratorin Angelica Bäumer ist es, "mit dieser Ausstellung Geschichte
lebendig werden zu lassen, sie soll zum besseren Verständnis beitragen und
zum Nachdenken anregen. Bei älteren Besuchern werden vielleicht
Erinnerungen wach, die Ausstellung will aber vor allem zur Diskussion mit
jungen Menschen, mit Schülern und Studenten, beitragen, und eine
Möglichkeit bieten sich der Geschichte zu erinnern, um die Zukunft zu
meistern."
Erschienen am: 05.03.2005 |
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