Dornbirn (VN-ag) Vier Künstler - Handwerker und Designer im
besten Sinn - vereint die Ausstellung in der Werkstätte für
Gestaltung in Dornbirn. Mit Astrid Keller, Agnes von Rimscha, Bernd
Schmidt und Brigitte Sitte, ist es Susanne Gall nicht nur gelungen,
vier neue Namen nach Dornbirn zu holen. Einmal mehr versammelt sie
zeitlos lebendige Arbeiten und Objekte in ihrem Ausstellungsraum,
die sich im Spannungsfeld von Gebrauchswert, handwerklicher
Kunstfertigkeit und ästhetischem Eigenwert bewegen. Was die
Zusammenschau der vier verschiedenen Positionen über die reizvolle
Gegensätzlichkeit der Materialien hinaus so interessant macht, ist
der höchst eigenständige Umgang jedes Einzelnen mit Traditionen und
das gleichzeitige Streben nach Innovation.
Blechgeschirr
Als wahre Meisterin ihres Fachs erweist sich die mehrfach mit
Kunsthandwerkspreisen ausgezeichnete Agnes von Rimscha. Mit fragil
wirkenden Emailschalen, deren matt patinierte Oberflächen das Licht
förmlich zu absorbieren scheinen, um es in leuchtenden Farben wieder
auszustrahlen, nimmt sie dem "Blechgeschirr" den Nimbus des
Billigen, der ihm im Alltagsverständnis anhaftet. Die teilweise
beachtlichen Durchmesser sind von Hand geschmiedet und getrieben,
was ihnen eine unglaubliche Leichtigkeit und Eleganz verleiht.
Ebenfalls mit Email, das als Material mit einem starken Auftritt
erstmals in der Werkstätte für Gestaltung auftaucht, befasst sich
auch Astrid Keller. Die glänzenden Oberflächen von Schalen und
Bechern demonstrieren in ihrer strengen Attitüde einen klassischen
Umgang mit dem Werkstoff, während eine Kollektion von plissierten
Ringen bunter daherkommt.
Nachhaltigkeit
Neben der metallenen Kühle erzeugen die Wollstrickwaren der
Österreicherin Brigitte Sitte angenehme Wärme. In schlichten
Schnitten und klassischen, gedeckten Farben setzt die
Strickkünstlerin auf die Exklusivität des Materials, auf Qualität
und Tragekomfort. Über aktuelle kurzlebige Tendenzen hinweg
befriedigen die Jacken, Pullover und Ponchos das Bedürfnis nach
Nachhaltigkeit in der Mode. Ebenso zeitlos sind die Gefäße aus
zumeist heimischen Fruchthölzern von Bernd Schmidt. Gedrechselte
Dosen, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken, sind sein
großes Thema. Hält man so eine Dose aber erst einmal in der Hand,
ahnt man etwas von der Perfektion und der Präzision mit der Bernd
Schmidt eine alte Technik und zeitgemäße Gestaltungsansprüchen
zusammenbringt.