VN Sa, 1.10.2005

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Kultur 

AUS DER VORARLBERGER GALERIENSZENE

Hart, weich, kalt und warm

Susanne Gall zeigt Arbeiten zwischen Gebrauchswert und Ästhetik.

Dornbirn (VN-ag) Vier Künstler - Handwerker und Designer im besten Sinn - vereint die Ausstellung in der Werkstätte für Gestaltung in Dornbirn. Mit Astrid Keller, Agnes von Rimscha, Bernd Schmidt und Brigitte Sitte, ist es Susanne Gall nicht nur gelungen, vier neue Namen nach Dornbirn zu holen. Einmal mehr versammelt sie zeitlos lebendige Arbeiten und Objekte in ihrem Ausstellungsraum, die sich im Spannungsfeld von Gebrauchswert, handwerklicher Kunstfertigkeit und ästhetischem Eigenwert bewegen. Was die Zusammenschau der vier verschiedenen Positionen über die reizvolle Gegensätzlichkeit der Materialien hinaus so interessant macht, ist der höchst eigenständige Umgang jedes Einzelnen mit Traditionen und das gleichzeitige Streben nach Innovation.

Blechgeschirr

Als wahre Meisterin ihres Fachs erweist sich die mehrfach mit Kunsthandwerkspreisen ausgezeichnete Agnes von Rimscha. Mit fragil wirkenden Emailschalen, deren matt patinierte Oberflächen das Licht förmlich zu absorbieren scheinen, um es in leuchtenden Farben wieder auszustrahlen, nimmt sie dem "Blechgeschirr" den Nimbus des Billigen, der ihm im Alltagsverständnis anhaftet. Die teilweise beachtlichen Durchmesser sind von Hand geschmiedet und getrieben, was ihnen eine unglaubliche Leichtigkeit und Eleganz verleiht. Ebenfalls mit Email, das als Material mit einem starken Auftritt erstmals in der Werkstätte für Gestaltung auftaucht, befasst sich auch Astrid Keller. Die glänzenden Oberflächen von Schalen und Bechern demonstrieren in ihrer strengen Attitüde einen klassischen Umgang mit dem Werkstoff, während eine Kollektion von plissierten Ringen bunter daherkommt.

Nachhaltigkeit

Neben der metallenen Kühle erzeugen die Wollstrickwaren der Österreicherin Brigitte Sitte angenehme Wärme. In schlichten Schnitten und klassischen, gedeckten Farben setzt die Strickkünstlerin auf die Exklusivität des Materials, auf Qualität und Tragekomfort. Über aktuelle kurzlebige Tendenzen hinweg befriedigen die Jacken, Pullover und Ponchos das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit in der Mode. Ebenso zeitlos sind die Gefäße aus zumeist heimischen Fruchthölzern von Bernd Schmidt. Gedrechselte Dosen, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken, sind sein großes Thema. Hält man so eine Dose aber erst einmal in der Hand, ahnt man etwas von der Perfektion und der Präzision mit der Bernd Schmidt eine alte Technik und zeitgemäße Gestaltungsansprüchen zusammenbringt.

Die Ausstellung in der Werkstätte für Gestaltung, Hatlerstrasse 22, Dornbirn, beginnt heute um 10 Uhr und dauert bis 16. Oktober, geöffnet Samstag 10 bis 16, Sonntag 10 bis 12 Uhr.

Arbeiten von Agnes von Rimscha. (Foto: A. Grabher)




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