| Another willing Playmate | |
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Matthias Herrmann präsentiert sein neues Fotobuch "Hotels 2001". |
Hotels haben immer schon die Fantasie von
Künstlern angeregt. Vicki Baum, die gebürtige Österreicherin, die später
in den USA berühmt werden sollte, schrieb zwei Bestseller über Menschen im
Hotel. In "Hotel Shangai" verfolgt sie das Schicksal von neun Personen,
die während der dreißiger Jahre aus unterschiedlichen europäischen Länder
in der chinesischen Hafenstadt strandeten. Sie fächert die Viten gekonnt
auf, bis eine Bombe des beginnendenden chinesisch-janpanischen Kriegs das
Leben der Hotelgäste abrupt beendet. Hotels als Fotostudios
Matthias Herrmann ist Fotograf. Seit 1996 beschäftigt sich der Künstler
und Präsident der Wiener Secession mit der speziellen Atmosphäre von
Hotels. Hotels deren Räume von sexuellen Fantasien geschwängert sind. Wo
die Grenzen des Öffentlichen und Privaten, von Erlebten und Erträumten
verschwimmen. Bereits 2000 erschien ein kleines Bändchen unter dem Titel
"Hotel". Dieses Jahr erscheint ein zweites Buch unter dem Titel "Hotel
2001" und ist das Produkt von 13 Aufenthalten in unterschiedlichen Städten
wie Tokio, Paris, Chicago, Venedig, London oder Salzburg. Der Künstler und sein Alter ego
Herrmann ist ohne seinen Penis nichts. Er und sein Schwanz scheinen
viel Spaß miteinander zu haben. Immer wieder lichtet er sich und sein
zweites Selbst in allen möglichen Zuständen ab. Gemeinsam verstecken sie
sich in Kästen, turnen am WC herum, ragen unvermittelt ins Zimmer, stecken
im Whisky-Glas, posieren vorm Spiegel oder turnen in absurden Verrenkungen
im Bett herum. Die Fotografien sind teilweise in irisierende Farbtöne
getaucht und mit Farbfilter aufgenommen. Herrmann fotografiert
ausschließlich mit Selbstauslöser. Humor, Erotik oder Pornografie? Die vielschichtigen Fotografien, die mit viel Humor und Selbstironie
gegenüber der zur Schau gestellten Männlichkeit ausgestattet sind,
bearbeiten klassische Themenkreise: Klischeehafte Rollenbilder des
Männlichen und Weiblichen - durch einige Verkleidungen und Perücken
vermittelt - homosexuelle Stereotypen, Macht- und Unterwerfungsgesten
sowie die Körperlichkeit per se und ihre Darstellung in der Kunsthistorie.
"Nothing if not alluring" (Nichts als verführerisch) nennt Lawrence
Rinder, Kurator am "Whitney Museum of American Art" diese erotischen
Fotografien, die pornografische Konstellationen ins Groteske, Banale und
Ironische überführen. Tipp
Matthias Herrmann, "HOTEL 2001", Art Metropole (Hrg.), in Wien
erhältlich bei der Galerie Steinek, ISBN 0920956661, Euro
15,-. | ||||||||