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27.05.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung
Nachruf: Eremit, Philosoph
Der altösterreichische Maler Zoran Music starb 96-jährig.

In seiner Wohnung in Venedig ist Zoran Music gestorben. Geboren wurde er 1909 in der damals noch österreichisch-ungarischen Stadt Görz (heute Gorizia in Italien). Erste Begegnungen mit der Malerei hatte er in Wien mit den Werken von Klimt und Schiele, später in Prag mit den französischen Impressionisten. 1944 verhaftete die Gestapo Music in Venedig. Er wurde nach Dachau deportiert. Music zeichnete heimlich im Lager. "Ein innerer Zwang drängt mich, alles, aber auch jedes kleinste Detail zu zeichnen . . ."

Ende April 1945 wurde Dachau von den Amerikanern befreit. Von den rund 200 Zeichnungen konnte Music knapp 35 retten. Schwer krank kehrte er nach Venedig, dann nach Gorizia zurück. Seine Erfahrungen in Dachau arbeitete er in seinen Bildern auf. Seine verhaltenen, stillen Werke machten ihn berühmt.

Sie hängen in renommierten Kunstmuseen, wurden im Pariser Centre Pompidou, dem dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen und der Albertina gezeigt. Das Thema des Absterbens verbindet sich bei Music mit dem Motiv des "Viandante": als Pilger, Reisender, Vagabund sieht er sich. Ein wichtiges Thema seiner Kunst war auch die Landschaft Dalmatiens. 1990 gab es im Klagenfurter Künstlerhaus eine große Music-Ausstellung. 1999 erntete die Schau "Eremit - Zeitzeuge - Philosoph" im Schömer-Haus (Klosterneuburg) großen Beifall.

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