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Kunstankäufe bis zur Wahl auf Eis gelegt

Dieser Tage sollte sich die für die Kunsteinkäufe des Landes eingesetzte Jury treffen. Daraus wird aber nichts: Denn ihre Arbeit ist vorläufig eingefroren.

INNSBRUCK. Auf Weisung von LH und Kulturreferent Herwig van Staa soll bis zur Wahl und der eventuellen Neubestellung eines Kulturlandesrates vom Land keine Kunst angekauft werden. Der LH denkt aber auch laut über eine Neuordnung der Museumslandschaft nach, deren zentraler Ort ein Haus der Moderne sein soll. Geplant ist von van Staa auch die Gründung einer Dachgesellschaft für das Tiroler Landesmuseum, das Volkskunstmuseum und das Haus der Moderne, falls dieses jemals realisiert wird.

Sammlungsstücke

Das Land stellt jährlich rund 181.000 Euro für Kunstankäufe zur Verfügung. Ein Drittel davon ist für Förderankäufe junger Kunst bzw. Ankäufe in heimischen Galerien reserviert, verwaltet von Hans Lechner von der Kulturabteilung des Landes. Die restlichen Mittel sollten der 2001 vom damaligen Kulturlandesrat Günther Platter eingesetzten Jury für den Aufbau einer Landessammlung zur Verfügung stehen.

Platter hatte die Jury "als Zeichen der Offenheit" eingesetzt, um den gezielten Einkauf von Sammlungsstücken und die Förderankäufe zu entkoppeln. Ein Aufatmen in der Kunstöffentlichkeit war die Folge, nachdem die Kunstankäufe des Landes viele Jahre lang allein in den Händen von nur einer Kulturbeamtin gelegen waren.
Die Ankaufsjury besteht aus Günther Dankl, Kustos am Tiroler Landesmuseum, der Südtiroler Ausstellungsmacherin Marion Piffer und dem Kurator an der Österreichischen Galerie Belvedere, Thomas Trummer. In diesem Jahr hätte eines der Jurymitglieder durch ein neues ersetzt werden sollen, um Einseitigkeiten vorzubeugen, den lebendigen Diskurs in Gang zu halten.

15 museale Arbeiten

Die Ankäufe der vergangenen zwei Jahre können sich sehen lassen. Sie umfassen 15 große museale Arbeiten u.a. der Tiroler Künstler Walter Obholzer, Peter Kogler, Eva Schlegel, Hans Weigand, Heinz Gappmayr und Thomas Feuerstein, ergänzt durch Objekte von Heimo Zobernig und Franz West. Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach im November im Tiroler Landesmuseum präsentiert.

Um den Aufbau einer repräsentativen Sammlung aktueller Kunst mit Tirolbezug geht es den Juroren. Und ihre Befürchtung ist nun, dass zukünftig das Geld ganz gezielt für Ankäufe für das neue Haus der Moderne verwendet wird.
2003-07-02 20:46:40