Wien - Im Bildungsministerium sind bis zum Ende der Ausschreibungsfrist (26. Dezember) lediglich 13 Bewerbungen für die Direktion der Österreichischen Galerie ab dem 1. Jänner 2007 eingelangt. Alle Kandidaten, die in Frage kommen, sollen aus Österreich stammen.
Brigitte Böck, die Leiterin der Kultursektion, will Anfang Februar die Findungskommission einberufen; ihr gehört unter anderem Wilfried Seipel, der Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums, an. Böck plädiert gegenüber dem Standard für die Abhaltung eines Hearings und hofft, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer bis Ende Februar einen nicht näher definierten Vorschlag unterbreiten zu können. Vor der Bestellung hat allerdings das Kuratorium des Museums gehört zu werden.
Für die Nachfolge von Langzeitdirektor Gerbert Frodl, der in Pension geht, haben sich unter anderem Agnes Husslein, die bis zum Jahresende das Museum der Moderne in Salzburg leitete, und Peter Assmann, seit dem Jahr 2000 Direktor der Oberösterreichischen Landesmuseen, beworben. Der Vertrag von Assmann, Präsident des Österreichischen Museumsbundes, läuft bis 2010; der Job in Wien würde ihn allerdings, so Assmann zum Standard, reizen. Über seinen Vorgänger in Linz, Wilfried Seipel, hatte sich der Parteilose in der Vergangenheit kritisch geäußert. Aus der Österreichischen Galerie trafen Bewerbungen von den beiden Kustoden Tobias Natter und Stephan Koja ein.
Gerüchteweise sollen auch Peter Pakesch, Intendant des Joanneums in Graz, Carl Aigner, Direktor des NÖ Landesmuseums in St. Pölten, und Ingried Brugger (Kunstforum der BA-CA) ihr Interesse bekundet haben. Als Kandidaten wurden zudem Christa Steinle (Neue Galerie Graz), Alfred Weidinger (Albertina) und Franz Pichorner, Prokurist des Kunsthistorischen Museums, gehandelt. Die drei haben sich aber nicht beworben. (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 1. 2006)