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Illustration

Holly H 2 Ollywood

(cai) Ein unerschöpflicher Wasserhahn und eine niemals knausrige Klospülung in der Wüste? Kein Problem für DWP. Für die "durstverursachte Wasser-Paranoia"? Oder gar für den "Dauerbetriebs-Wasserstoff-Porsche", der hinten reines H 2 O ausscheidet und damit das Grundwasser speist? Nein, für das "Department of Water and Power", das das durstige Los Angeles, das immerhin in einer ziemlich dehydrierten Gegend liegt, wie durch ein Wunder (oder mit endlos langen Rohrleitungen) bewässert.

Miriam Schünke nimmt sich da ja etwas Faustisches vor: die Suche nach dem Durchblick. Will mit ihrer Kamera das Wasser- und Energieimperium ergründen. Stellt ihm so verbissen nach, wie andere dereinst hinter den Nilquellen her waren. Das DWP könnte schon einen Verfolgungswahn entwickeln. Schließlich pirscht sich Schünke wie eine Psychoterroristin an Wasserrohre heran, schmeißt sich neben Springbrunnen hin, lauert mit ihrem Teleobjektiv wie eine Scharfschützin vorm DWP-Hauptquartier.

Freilich sind die Beweisfotos, die die Spionin (oder Heilssuchende) macht, nirgends. Vielmehr sieht man sie selber klitzeklein mit ihrer Nikon vor der jeweils "verdächtigen" Kulisse. Hat da etwa Big Brother (oder der Große Wassermann des DWP) abgedrückt? Raffiniert ironisch schürt sie Verschwörungstheorien. Macht aus L.A. einen noch mythischeren Ort. Ein H 2 Ollywood. Am Ende listet sie ihre Spionage-Ausrüstung schier reliquienhaft auf. Die Wollhaube hat aber sicher keine Tarnfunktion (ist bestenfalls noch ein Eierwärmer, mit dem man ein ganzes Vogelnest ausbrüten kann). Und der Stadtplan von L.A. führt den Finger garantiert nicht mittels GPS ans Ziel.

Galerie Atrium ed Arte

(Lerchenfelderstraße 31)

Miriam Schünke

Bis 16. Dezember

Di. bis Fr. 14 bis 18 Uhr

Sa. 11 bis 14 Uhr

Hält bei Laune.

Der Glühwürmchen-Effekt

(cai) Endlich hat einer Venedig von dieser penetranten Spezies befreit. Vom "Peregrinator baedekerensis", vulgo: vom Touristen. (Lateinisch "peregrinator" = Reiselustiger.) Eduard Angeli hat mit seiner bewährt sensiblen Maltechnik die Lagunenstadt in den Zustand völliger Unbesuchtheit versetzt. Die Gondeln hat er auch geleert und deaktiviert. Die tragen pflichtbewusst eine Brücke. Enge nächtliche Gassen, wo ein paar Lämpchen sentimental vor sich hinfunzeln, als wären sie der leibhaftige Hoffnungsschimmer. Die fundamentale Einsamkeit des Menschen eben. Da steht sogar die Luft. Hingebungsvolle, strenge Sachlichkeit mit behutsam sinnlicher Atmosphäre. Hat was Surreales. Das ist nicht die berühmte schwarze Romantik, sondern die dunkelgraue. (Mit Glühwürmchen sozusagen.)

Galerie Ernst Hilger

(Dorotheergasse 5)

Eduard Angeli

Bis 7. Dezember

Di., Mi., Fr. 10 bis 18 Uhr

Do. 10 bis 20 Uhr

Sa. 10 bis 16 Uhr

Ohne Fehl und Tadel.

Der Kleider neuer Kaiser

(cai) Das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern ist ja ein Gruppenporträt der Dummheit. Lauter Nackerte, die sich einreden haben lassen, dass nur die Gscheiten der Mode ansichtig werden, und die sich halt nicht als Blödiane outen wollen. Martina Mikula schwört dagegen auf menschenleere Kleider und darauf, dass die nicht bloß mit Schweiß vollgesogen sind, sondern auch mit "optischem Körpergeruch". Macht unprätentiöse indirekte Fotoporträts. Baut aus Gewändern ein Pandämonium ihrer Verwandten und Bekannten. Die Strickjacke und der Faltenrock haben sich die Mama tatsächlich genau gemerkt. Nicht gerade neu, aber . . .

Galerie V&V

(Bauernmarkt 19)

Martina Mikula

Bis 2. Dezember

Di., Mi. 14 bis 18.30 Uhr

Do. 14 bis 21 Uhr

Fr., Sa. 11 bis 18 Uhr

Schon sympathisch.

Mittwoch, 22. November 2006


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