"Meine Meinung ist, dass die Museen im Prinzip nicht schlecht dotiert werden - im Vergleich zu Radikalmaßnahmen in Deutschland etwa", hat Köb doch den Vorteil eines Fixbudgets, das zwar nicht erhöht, aber auch nicht gestrichen werden kann, schätzen gelernt. Wenn es auch "a la longue natürlich ein unhaltbarer Zustand ist", dass die Budgets nicht wertgesichert sind und nun zu den Teuerungen weit höhere Personalkosten als früher hinzukommen, muss doch eine autonome Administration und Buchhaltung aufgebaut werden.
Phönix aus der Asche
"Natürlich erwartet man von einer neuen Direktion besondere Anstrengungen, dass da zum Anfang spektakuläre Dinge gemacht werden, womöglich dass wir wie Phönix aus der Asche aufsteigen - oder aus dem Lavagestein", lacht Köb in Anspielung auf das Material des Museums-Neubaus. "In diesem Kontext schaut es nicht rosig aus." Denn zunächst müssen noch verschiedene Reparaturen gemacht werden. "Fertigstellungen" will Köb das genannt wissen und nicht etwa "Umbauten". "Meiner Erfahrung nach liegen Mängel bei so großen Neubauprojekten innerhalb der Normalität, Heizung, Klima, Sicherheit in neuen Museen befinden sich oft monate-, ja jahrelang in der Experimentierphase".
Hauskosmetik
Das Problem der anstehenden Korrekturen oder "Fertigstellungen" sei eines der Gewährleistungen. Auf wessen Kosten nämlich Dinge, die sich als nicht praktikabel herausstellen korrigiert werden müssen, "das sind Dinge für endlose Streitereien". "Wenn sich herausstellt, dass es einfach nicht möglich ist, für einen Umbau eine einzelne Etage zu schließen, sondern das ganze Museum geschlossen werden müsste, dann muss man eben herumstreiten, warum das nicht früher moniert wurde. Da gibt es viele unklare Dinge zwischen Gewährleistungen und sagen wir konzeptionellen Mängel".
"Wir haben inzwischen eine genaue Analyse der notwendigen Hauskosmetik
gemacht, welche Türen man schließen kann, welche Klappen man versetzen kann. Das
sind Kleinigkeiten, die sich aber summieren, wenn zum Versetzen der Wandklappen
an diskretere Stellen womöglich eine Kernbohrung durch Beton nötig wird."
(APA)
Quelle: © derStandard.at