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DER ONLINE DIENST DER TIROLER TAGESZEITUNG |
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 Kurator G. Moschig und
G. Loewit von RLB-Arts, eingerahmt von
Einberger-Bildern. Foto :
Böhm
Der
vergessene Telfer Malerfürst 50 Jahre nach dem Tod von Andreas
Einberger räumt eine Personale in der RLB Landesbank mit
dessen Image als Tiermaler endgültig
auf.
INNSBRUCK. In der Zwischenkriegszeit war
Andreas Einberger eine Telfer Institution. Heute ist er fast
vergessen bzw. zum Tiermaler abgestempelt - völlig zu Unrecht,
wie eine Ausstellung in der RLB Kunstbrücke zeigt. Günther
Moschig ist der berufene Kurator der Schau, dessen
Einberger-Monografie soeben im Haymon-Verlag erschienen
ist.
Albin Egger-Lienz war unübersehbar das große
Vorbild des 1878 in Brixlegg geborenen Andreas Einberger, was
dieser allerdings zeitlebens vehement bestritten hat. Der
Bildhauer Josef Bachlechner war Einbergers erster Lehrer,
bevor er beschloss, Maler zu werden und die Münchner Akademie
bezog. Von 1920 bis zu seinem Tod 1952 lebte Einberger in
Telfs, um hier, völlig unbeeinflusst von allen wechselnden
Kunst-Moden, ein riesiges malerisches und grafisches Werk zu
schaffen. Die Dichter Franz Kranewitter und Karl Schönherr
gingen in seinem Haus ein und aus, der junge Paul Flora
erhielt von ihm erste Unterweisungen im Malen.
Die
Ausstellung auf der RLB Kunstbrücke vermittelt einen gültigen
Eindruck von Einbergers Stärken wie Schwächen. Sie
demonstriert sein Festhalten an der Maltradition des späten
19. Jahrhunderts, zeigt aber auch seinen souveränen Umgang mit
dem Farbigen, sein fabelhaftes Malhandwerk. Einbergers
Thema war sein unmittelbarer Lebensraum: Menschen, die ihm
nahe standen genauso wie die heimische Landschaft, die Bauern
bei der Arbeit bzw. ihre Tiere. Einige in der Schau gezeigte
frühe Farbholzschnitte atmen noch ganz den Geist des
Jugendstils, während seine mit breitem Pinsel gemalten Bilder
mäßig expressive Züge tragen. Höhepunkt der Schau sind zwei
Bildnisse: ein um 1930 entstandenes Selbstbildnis, in dem sich
Andreas Einberger in der Pose des Malerfürsten am Zenit seiner
Kraft porträtiert bzw. das Bildnis seiner Frau, die ihm dieses
sorgenfreie Leben ermöglichte. 2002-01-14 21:58:21
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