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Kunsthaus in der blauen Blase

Graz ist auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2003. Der spektakulärste Bau ist das Kunsthaus.

GRAZ (APA). Etwas mehr als sechs Monate vor Beginn des Kulturhauptstadtjahres 2003 sind die Vorbereitungen in Graz "in einem sehr guten Zustand", sagt Intendant Wolfgang Lorenz. 100 Projekte sind geplant, davon sind mehr als zwei Drittel fixiert, 20 Prozent werden sich noch konkretisieren.
Lorenz glaubt, dass die Mischung aus heimischen Kulturproduzenten - sowohl der Hochkultur als auch der freien Szene - und internationalen Gästen gelungen ist. Rund 80 Prozent der Projekte stammten aus der Grazer Szene oder würden mit ihrer Hilfe realisiert.

Theater auf der Insel

Dass viele Highlights von etablierten bzw. älteren Kunstschaffenden wie Valery Gergiev, Henning Mankell, Gert Jonke oder Bodo Hell gesetzt werden, gibt Lorenz zwar zu, aber die Menge an Jungen, "die drankommen", sei "eine riesengroße". Städtebaulich hervorgehoben wird das traditionell als benachteiligt geltende rechte Murufer, wo die meisten Schlüssel-Objekte verwirklicht werden.
Der spektakulärste Bau ist ohne Zweifel das Kunsthaus, die "blaue Blase" der Architekten Cook/Fournier. Mit dem Hochbau wurde begonnen, im Juli erfolgt die Ausschreibung der heiklen äußeren Hülle, für die gekrümmtes Plexiglas oder faserverstärkter Kunststoff in Frage kommt - heikel deshalb, weil eine derartige Dachkonstruktion bisher einmalig ist. Die Eröffnung ist für 23. September 2003 vorgesehen. Die Acconci-Insel mit Amphitheater, Kinderspielplatz und Cafe wird noch heuer im November in der Mur vor Anker gehen. Die Helmut List-Halle, eine moderne Architektur von Markus Pernthaler, ist auf das Stahlgerippe eines Industriebaus aus dem vorigen Jahrhundert aufgebaut.

Das Programm

Im Laufe dieses Jahres wird das ehemalige Kulturhaus in der Elisabethstraße von den Architekten Riegler/Riewe in ein Literaturhaus umgestaltet.
Den Auftakt zum umfangreichen Theater- und Musikprogramm im Rahmen von "Graz 2003" stellt Beat Furrers "Begehren" dar. Gleich darauf erfolgt die Uraufführung von Henning Mankells Drama "Heimat. Fremd". Der russische Dirigent Valery Gergiev stellt sich mit dem Orchester des Mariinsky-Theaters aus St. Petersburg ein. Jazz-Treff, Robert-Stolz-Festival und ein Dramatiker-Wettbewerb stehen ebenfalls am Programm. Vernetzt werden auch zahlreiche Kunstrichtungen: Blinkende Rehe auf der Autobahn, eine Werkschau zum Thema "Lust als Passion", der "Berg der Erinnerungen" und Ausstellungen wie "Concrete Art" (Kunst in Beton) sowie "M_ARS", eine Schau über Krieg und Kunst.
2002-06-18 16:40:51