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28.11.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von FLORIAN STEININGER


Galerie Krinzinger. Parallel zur großen Schau in der Sammlung Essl stellt die Galerie eine erlesene Auswahl aus den achtziger Jahren von Siegfried Anzinger aus. Dazu gesellen sich die lieblichen Kinderporträts seiner Lebensgefährtin Marie-Luise Lebschik. In Anzingers heftig expressionistischer Phase manifestiert sich einmal mehr der eklatante Unterschied zu seinen aktuellen Bildern - die mehr von einem zeichnerisch virtuosen Pinselstrich geprägt sind. Die Leinwand wird zum Blatt Papier, die Figur zum Protagonisten einer Episode. Madonnen werden karikiert, die Wucht und der Kampf mit dem einzelnen Bild ist einer eher spielerischen "altmeisterlichen" Handschrift gewichen. "Der Geschlitzte", eines der Meisterwerke, bezeugt das Ringen um ein in sich gefestigtes Bild, das sogleich durch Schlitze Wunden und Spuren der Zerstörung aufweist. Lebschiks Gemälde haben sich im Unterschied zu der letzten Ausstellung in der Galerie kaum verändert: sorgfältig im Handwerklichen. (I., Seilerstätte 16; bis 14. Dezember)

Galerie A 41. Walter Weer zeigt einen schönen Überblick, wie sich in seinem künstlerischen Konzept das Bild zum Objekt und zur hängenden Skulptur im Raum entwickelt hat. Ausgangspunkt ist ein an der Wand hängendes Objekt, das noch Eigenschaften des Tafelbildes zeigt. Darauf folgt der Schritt in den Raum. Gitterstrukturen werden in frei hängende Netze transformiert. Generell geht es Weer um strukturelle Hinterfragungen von Form, Material und Farbe. Zu dieser strengen Analyse gesellen sich alltagsbezogene und assoziative Momente. Kartonringe bilden etwa eine Traubenform. (VIII; Albertgasse 41; bis 30. November)

Galerie Gabriel. In dem neuen Graphikkabinett wird eine erlesene Auswahl des druckgraphischen Werks von Arnulf Rainer gezeigt, das stets parallel zu seiner zeichnerischen und malerischen Tätigkeit läuft. Der Galerist hat sich hauptsächlich auf kräftige dichte Kaltnadelradierungen der früheren Jahre konzentriert. Zustriche, dynamische Bündel, Kreuze, Auslöschungen, Überzeichnungen von Body Poses und Bögen in starker Bewegung. Dabei zeigt sich sehr deutlich der qualitatative Unterschied zu den leichteren, im Strich flaueren Beispielen der letzten Jahre. Besonders die Kaltnadelradierung legt nach dem Druck sehr deutlich die Art der Handschrift und ihre Kraft vor Augen. (I., Seilerstätte 19; bis 1. Jänner 2003)



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