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Galerie Krinzinger. Parallel zur großen Schau in der
Sammlung Essl stellt die Galerie eine erlesene Auswahl aus den achtziger
Jahren von Siegfried Anzinger aus. Dazu gesellen sich die lieblichen
Kinderporträts seiner Lebensgefährtin Marie-Luise Lebschik. In Anzingers
heftig expressionistischer Phase manifestiert sich einmal mehr der
eklatante Unterschied zu seinen aktuellen Bildern - die mehr von einem
zeichnerisch virtuosen Pinselstrich geprägt sind. Die Leinwand wird zum
Blatt Papier, die Figur zum Protagonisten einer Episode. Madonnen werden
karikiert, die Wucht und der Kampf mit dem einzelnen Bild ist einer eher
spielerischen "altmeisterlichen" Handschrift gewichen. "Der Geschlitzte",
eines der Meisterwerke, bezeugt das Ringen um ein in sich gefestigtes
Bild, das sogleich durch Schlitze Wunden und Spuren der Zerstörung
aufweist. Lebschiks Gemälde haben sich im Unterschied zu der letzten
Ausstellung in der Galerie kaum verändert: sorgfältig im Handwerklichen.
(I., Seilerstätte 16; bis 14. Dezember)
Galerie A 41. Walter Weer zeigt einen schönen Überblick,
wie sich in seinem künstlerischen Konzept das Bild zum Objekt und zur
hängenden Skulptur im Raum entwickelt hat. Ausgangspunkt ist ein an der
Wand hängendes Objekt, das noch Eigenschaften des Tafelbildes zeigt.
Darauf folgt der Schritt in den Raum. Gitterstrukturen werden in frei
hängende Netze transformiert. Generell geht es Weer um strukturelle
Hinterfragungen von Form, Material und Farbe. Zu dieser strengen Analyse
gesellen sich alltagsbezogene und assoziative Momente. Kartonringe bilden
etwa eine Traubenform. (VIII; Albertgasse 41; bis 30. November)
Galerie Gabriel. In dem neuen Graphikkabinett wird eine
erlesene Auswahl des druckgraphischen Werks von Arnulf Rainer gezeigt, das
stets parallel zu seiner zeichnerischen und malerischen Tätigkeit läuft.
Der Galerist hat sich hauptsächlich auf kräftige dichte
Kaltnadelradierungen der früheren Jahre konzentriert. Zustriche,
dynamische Bündel, Kreuze, Auslöschungen, Überzeichnungen von Body Poses
und Bögen in starker Bewegung. Dabei zeigt sich sehr deutlich der
qualitatative Unterschied zu den leichteren, im Strich flaueren Beispielen
der letzten Jahre. Besonders die Kaltnadelradierung legt nach dem Druck
sehr deutlich die Art der Handschrift und ihre Kraft vor Augen. (I.,
Seilerstätte 19; bis 1. Jänner 2003)
© Die Presse |
Wien
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