Imagination

Dem französischen "art brut"-Künstler Jean Dubuffet widmet das Rupertinum in Salzburg eine umfassende Retrospektive


Unter dem Titel "Jean Dubuffet - Spur eines Abenteuers" begibt sich das Rupertinum in Salzburg auf die Spuren des berühmten französischen Künstlers. Es zeigt 120 Werke - Arbeiten auf Papier, Gemälde und filigrane Skulpturen, die erhöhter konservatorischer Bedingungen bedürfen.

Wüten im Material

Autoportrait II, 30 novembre 1966 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: Fondation Dubuffet, Paris
Autoportrait II, 30 novembre 1966 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: Fondation Dubuffet, Paris

Grund dafür sind die zahllosen Materialen, mit denen Dubuffet seine Werke schuf: Er arbeitete mit Öl, Sand, Kiesel, Stroh, Leinwand, Acryl, Papier und Holzplatten. Dubuffets Anfänge liegen in den 40er Jahren, wo er mit den oben genannten kunstfremden Materialien zu werken begann.

art brut

Die Wirklichkeit zu erfassen und sie in eine kunstspezifische Sprache zu übersetzen, konnte Dubuffet in einer unnachahmlichen Weise. Er ist der Schöpfer der "art brut", einer Kunst, die oft mit der Kunst von Geisteskranken verglichen wurde.

Härte

Chapeau Rouge, Yeux Baisses, 1954 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: R.und H. Batliner Art Foundation
Chapeau Rouge, Yeux Baisses, 1954 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: R.und H. Batliner Art Foundation

Die Gestalten in seinen Bildern haben meist riesige Köpfe, die in den unterschiedlichsten Farben oder mit grafischen Kringeln wie Kinderkritzeleien gestaltet sind. Dubuffets Kunst ist sehr unmittelbar und wirkt mit ihren Überzeichnungen und einer vereinzelt feststellbaren Grellheit sehr direkt auf den Betrachter.

Serien

Dubuffet liebte es, in lang anhaltenden Serien zu arbeiten. Von der zweiten Hälfte der 40er bis Ende der 50er Jahre erstreckte sich der Zyklus "Materiologies". Der längste Zyklus, "L'Hourloupe", entstand während der Jahre 1962 bis 1974 und hat einen Werkkomplex, den Dubuffet ins Theatralische extemporierte.

Avantage aux cravates, 1978 / ©Bild: A.D.A.G.P. Paris
Avantage aux cravates, 1978 / ©Bild: A.D.A.G.P. Paris

Groteske

Das Theaterstück "Coucou Bazar" umfasste 100 Versatzstücke, die aus zweidimensionalen "Hourloupe Zeichnungen" und Tafeln gestaltet sind, die auf der Bühne bewegt werden. 20 Kostüme, die mit Masken, Hüten, Handschuhen und anderem variiert werden konnten, bilden den Kern der Handlungen. "Coucou Bazar" wurde nur dreimal aufgeführt.

Dubuffet liebte es, künstlerische Chiffren und Codes zu entwerfen, die er für einzelne Serien verwendete. Manchmal arbeitet er auch mit einer Trias von Farben, die er bei "Coucou Bazar" auch ins Dreidimensionale übertrug.

Les pas perdus, 24 octobre 1979 / ©Bild: Fondation Dubuffet, Paris
Les pas perdus, 24 octobre 1979 / ©Bild: Fondation Dubuffet, Paris

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