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Hundertwasser-Schau auf Schloss Böttstein im Schweizer Aargau abgesagt

Gewaltandrohung stoppt Ausstellung


Angeblich aufgrund von "massiven Drohungen" wurde eine Hundertwasser-Ausstellung abgesagt, bei der kommende Woche im Schweizer Kanton Aargau rund 50 Bilder und Druckgrafiken des österreichischen Künstlers gezeigt werden hätten sollen. Nicht jeder gibt sich jedoch mit dieser Darstellung des Veranstalters, eines Schweizer Energieunternehmens, zufrieden.

Das österreichische Webverzeichnis! Bereits am 2. März hatte Joram Harel, der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der "Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung" in Wien, in einem offenen Brief an den Galeristen Herbert Lindemann Protest dagegen erhoben, dass der Veranstalter der Schau, das Schweizer Energieunternehmen Axpo, auch als Betreiber von Kernkraftwerken agiere: "Sie wissen doch ganz genau, dass Hundertwasser ein militanter Kernkraft-Gegner war", schrieb Harel und folgerte: "Wenn Sie noch einen Funken Anstand haben, müssten Sie diese Ausstellung absagen."

"Mit allen Mitteln" stören

Gestern teilte Axpo mit, dass die Ausstellung wegen "massiven Drohungen" aus Sicherheitsgründen ausfalle. "Dem Galeristen Herbert Lindemann wurde in den letzten Tagen angedroht, die Hundertwasser-Markthalle in Altenrhein SG, sein Lebenswerk, betriebsunfähig zu machen, falls die Ausstellung durchgeführt würde. Durch diese Vorfälle sieht Herbert Lindemann seine künftige Existenz gefährdet", heißt es dazu auf der Axpo-Homepage. "Weiter erhielt er Drohungen, dass die Ausstellung mit allen Mitteln gestört werde. Aufgrund dieser Gewaltankündigungen haben andere Galeristen und Privatsammler ihre Hundertwasser-Werke, darunter unersetzliche Originale, aus Gründen der Sicherheit von der Ausstellung zurückgezogen."
"Offensichtlich gewaltbereite Kreise" hätten vor, die Schau zu verhindern. "Angesichts der Militanz der Ausstellungsgegner haben der Galerist und Axpo gemeinsam beschlossen, auf die Durchführung des Anlasses zu verzichten." Zu den möglichen Urhebern der Drohungen wollte Axpo keine Angaben machen. Die Drohungen seien teils anonym eingegangen, teils gebe es Hinweise auf die Herkunft. Im Weiteren verwies Axpo-Sprecher Thomas Hegglin auf die laufenden polizeilichen Abklärungen. "Keinen Zusammenhang herstellen" wollte er mit dem Protest der Hundertwasser-Privatstiftung.
Dort vermisst man nun allerdings Informationen darüber, auf welche konkreten Drohungen sich die Absage beziehen würde. Im Übrigen hätte man keinerlei Handhabe zu einer Untersagung der Schau gehabt.

Erschienen am: 10.03.2005

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