02. Dezember 2009 - 00:04 Uhr · · Kultur

Peter Grubmüller: Die Welt erlebt, nicht die Stadt

Die Welt erlebt, nicht die Stadt

Ob Linz09 die Stadt nun betrübt oder beglückt hat, ist nur durch die Erinnerung an die Erwartungshaltung festzustellen. Linz hatte sich kulturell selbst erfahren, sich neu erfinden und sich zeigen wollen – nicht im europäischen Vergleich, nicht einmal im österreichischen, sondern als unübersehbare Bühne inspirierter Eigenständigkeit.

Und was hat man gekriegt? Neben der (bemerkenswerten) Konfrontation mit der eigenen Geschichte auch noch eine bunte Schau dessen, was international buchbar ist. Die Stadt steht nun mit einem höhenrauschigen Schüttbild da, gemalt von Handlungsreisenden der Kunst, die auch den Wiener Festwochen oder den Salzburger Festspielen alle Ehre gemacht hätten.

Für Linz10 braucht man nun die Vergessenen. Man braucht wieder die, die immer schon da waren. Zum Beispiel Maren Richter, deren Projekt „Der Heilige Berg“ (Pöstlingberg) gestrichen wurde – oder Bernhard Lang, der noch immer auf die Inszenierung seiner Auftragsoper „Montezuma – Fallender Adler“ wartet.

Linz09 wurde ein Festival mit einem Budget als Konzept. Ausnahmen, wie „I like to move it, move it!“ (Schulprojekt), der „Kepler-Salon“ und der literarische „Mittagstisch“, bestätigen die Regel.

Quelle: OÖNachrichten Zeitung
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,303066
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